Die Richter-Kür

Endlich wieder heiteres Wahlprospekte-Durchblättern zum Sonntagsbrunch! Bald sind Bezirksgerichtswahlen, und die dazugehörenden Wahlprospekte liegen bereits auf dem (Frühstücks-) Tisch. Nach einer ersten Sichtung steht fest: Der Unterhaltungswert hält sich in Grenzen. Der Grad an peinlichen Bildern, verhauenen Botschaften und exotischen Berufsbezeichnungen bewegt sich in einem vertretbaren Rahmen. Aber natürlich gibt es auch dieses Mal einige Leckerbissen zu entdecken.

Da wäre zunächst der Prospekt der CVP, der auf der Titelseite ein Symbolbild zeigt: Richter-Hammer und Gesetzesbuch. Eigentlich eine gute Idee, aber leider trotzdem völlig unpassend. Denn: Kein Richter verwendet hierzulande einen Hammer. Und beim abgebildeten Gesetzestext handelt es sich um einen Auszug aus einem angelsächsischen Rechtsbuch zum Thema Impeachment (Amtsenthebung), das unserer Rechtsordnung fremd ist und mit den Bezirksgerichten gar nichts zu tun hat.

Im Innern des Prospekts dann ein bemerkenswerter Slogan einer Kandidatin: „Das Gesetz soll dem Mensch und nicht der Mensch dem Gesetz dienen“ – eine für eine vielleicht angehende Richterin doch eher erstaunliche Aussage, sind doch gerade Richter diejenigen Personen, die dem Recht zum Durchbruch verhelfen und deshalb gemeinhin auch als Diener des Rechts bezeichnet werden.

Und dann gibt es noch den grünliberale Kandidaten. Er wirbt mit dem Slogan „Erfahrung ist nicht alles, Urteilskraft schon“. Boah, ein starkes Wort: Urteilskraft, vor allem für einen 22-jährigen Jus-Studenten. Wohlverstanden: Nichts gegen junge Kandidatinnen und Kandidaten. Aber als ehemaliger 22-jähriger Jus-Student kann ich in etwa abschätzen, was man zu diesem Zeitpunkt so alles weiss und vor allem nicht weiss. Der insgesamt übertrieben arrogant wirkende Auftritt wird noch unterstützt durch ein Portrait eines intellektuellen Adonis, der dem Betrachter zuruft: „Hallo Du dummer kleiner Wähler, ich bin jetzt im Fall Jus-Studi und habe soeben noch eine Extraportion Weisheit gelöffelt, also fackle nicht lange und wähle mich“.   

wahlflyer_drs

Gesundes Selbstvertrauen ist ja ok, aber...

Schweinegrippe in Arlesheim

Ups, das haben wir eben noch mit einem Ohr aufgeschnappt: Der Sprecher des Kantonalen Krisenstabes bestätigte auf Telebasel, dass in Arlesheim morgen Freitag eine Schulklasse geschlossen wird. Jawoll, die Schweinegrippe ist in Arlesheim angekommen; ausgerechnet in Arlesheim, der Hauptstadt des desinfection valley.

Auf der Website der Sekundarschule finden sich – vorbildlich aktuell und vollständig – alle Informationen zu der betroffenen Klasse und den entsprechenden Verhaltensempfehlungen (Vielen Dank, Peter Vetter, für diesen Hinweis).

Veröffentlicht in Uncategorized. 1 Kommentar »

Basisdemokratisches Polit-Theater

Das Problem ist simpel und bekannt: Die Diplommittelschule 2, kurz DMS2, braucht einen neuen Namen, weil der Begriff „Diplom“ nur noch für Abschlüsse der Tertiärstufe reserviert ist. „Machen Sie mal ein paar Vorschläge, wir entscheiden dann morgen in der Regierungsssitzung“. So oder ähnlich könnte eine Anweisung des Bildungsdirektors an seinen Generalsekretär lauten, um dieses Problem zu lösen. Lautete sie aber nicht. Denn in unserem exzessiv-basidemokratischen Polittheater läuft sowas ganz anders ab. Was bisher geschah: Den Rest des Beitrags lesen »

Die Welle kommt

Auf der Baustelle für die schönste und beste und modernste Verkehrsdrehscheibe der Nordwestschweiz ist zur Zeit schwer was los. Seit gestern wird das neue Wahrzeichen von Arlesheim/Dornach montiert: das Wellendach über den neuen Bus-Terminal. Sieht beeindruckend aus. Da gibt es noch echte Zimmermanns-Kunst zu bewundern. Dahinter steckt aber auch eine geniale Idee und Planung. Ja und wie heisst denn eigentlich der Erfinder und Architekt dieses Wellendachs? Genau, liegt ja auf der Hand: Waelle. Philippe Waelle. Auch ein Arlesheimer übrigens.

Wellendach

Waelle baut die Welle: Bus-Terminal in Arlesheim/Dornach

Veröffentlicht in Verkehr. 1 Kommentar »

Rettet unsere Rehli!

Weidmannsheil! Die Jagdsaison ist in vollem Gang, auch im Arlesheimer Wald. Allzuviel gibt es hier nicht zu erlegen, aber immerhin: In der vergangenen Jagdsaison wurden 15 Rehe geschossen. In der aktuellen Jagdstatistik kann schon mal ein angeschossenes Rehlein vorgemerkt werden, das sich allerdings von seinem Bauchdurchschuss ziemlich unbeeindruckt zeigt und nach wie vor sein Reh steht. Möglicherweise liegt das daran, dass sein Körper aus Bronze  und damit relativ widerstandsfähig ist.

Nun fragt man sich natürlich zu recht: Wie besoffen muss man als Jäger eigentlich sein, um die Reh-Statuen beim Rehliplatz zu treffen? Experten gehen aufgrund der ballistischen Untersuchung des Eintritts- und Austrittslochs allerdings davon aus, dass der Schuss nicht von einem Jäger, sondern von einem bekloppten Sturmgewehr-Schützen stammt, der im Sommer in der Ermitage rumballerte. Vollidiot!

PS: Kleiner Trost und kleines Jäger-Quiz: Bei den Rehlein am Rehliplatz handelt es sich lediglich um Nachbildungen. Wer weiss, wo die Originale stehen?

rehli

Übel erwischt: Auf dem Rehliplatz wird scharf geschossen.

Veröffentlicht in Aufgefallen, Dorfleben. 3 Kommentare »

Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund

Gestern flatterte die Einladung zur letzten Gemeindeversammlung dieses Jahres am 19. November 2009 in die Briefkästen. Und was dürfen wir feststellen? Schon wieder hat es ein Thema nicht auf die Traktandenliste geschafft: Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Politik im Domdorf. 1 Kommentar »

Irgendwie bloggen sie alle

Arleser Parteien und Blogs, das  ist so eine Sache. Fangen wir mal bei der einzigen Gemeinsamkeit an: Alle lesen überall mit. Schon diese Aussage wird natürlich heftig bestritten. Denn wir haben ja all die vielen bekennenden Nichtleser, die nicht müde werden zu betonen, dass sie einfach keine Zeit haben für dieses widerliche Zeugs. In Tat und Wahrheit Den Rest des Beitrags lesen »

Herr Schmidt ist schockiert

Also, Herr Schmidt, der in der Zwischenzeit bereits ein freundliches Gespräch mit dem Gemeindepräsident von Muttenz geführt hat und schon mit ersten Vorschlägen für Firmenstandorte versorgt wurde, überlegt sich das doch noch einmal. Möglicherweise hat er sich zu früh von Arlesheim abgewendet.

Grund für diesen Meinungsumschwung ist zum Einen, Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Uncategorized. 6 Kommentare »