Seltene Engadiner in Arlesheim

Die Gemeindeversammlung vom 24. März wurde abgeblasen. ”Keine entscheidungsreifen Geschäfte”, vermeldet der Domplatz. Um ihre Schäfchen trotzdem bei Laune und auf Politikkurs zu halten, lud Claudia Arnet, Präsidentin der Gemeindekommission, gestern dennoch zur eigentlich ebenfalls obsoleten Kommissionssitzung und offerierte statt Gemeindeversammlungsvorlagen einen Apéro. Anschliessend bot sich den Mitgliedern der Kommission wieder einmal die Gelegenheit, eine parteiübergreifende Beurteilung der allgemeinen Lage des Domdorfes in sehr informellem Rahmen vorzunehnen.

Um es vorwegzunehmen: Die Liste echter Probleme dieses Dorfes war schon kurz und ist – nachdem die Schule im Dorf bleibt – noch kürzer. Und dank der neuen Amavita-Apotheke geht es noch steiler aufwärts. Ebenfalls erfreulich: Der Staatsvertrag mit Reinach betr. Entsorgung von Tierkadavern bringt unserer Gemeinde jährliche Einsparungen von 2′000 Franken. Dieses Thema bot allerdings Anlass für ein nicht ganz ernst gemeintes Kreuzverhör mit der in der Gemeindekommission vertretenen Kompostberatungs-Chefin Regula Pulver. Sie stellte sich den schonungslosen Fragen von SVP-Mann Peter Brodbeck, dem zugetragen wurde, dass die Kompostberatung im Namen der Gemeinde eine ganze Rattenfamilie auslöschte, nur weil diese einen Komposthaufen als Lebensraum in Anspruch nahm. “Ja, wir haben den Exekutionsbefehl gegeben“, bestätigte Pulver. Die Tiere wurden durch einen Spezialisten pulverisiert, um eine unkontrollierte Rattenplage zu vermeiden.  Umweltschutz ist halt nicht immer auch Tierschutz.

Inspiriert von der Rattenplage blieb man im weiteren Verlauf der Diskussion im Tierreich und wandte sich dem bäuerlichen Arlesheim zu. Geko-Mitglied Anet Spengler gab einen Einblick in ihre Tätigkeit als Züchterin von Pro Spezia Rara-Schafen der Marke “Engadiner“. Diese an ihren “Rammsnasen und den typischen langen Hängeohren” zu erkennenden Schafe weiden abwechslungsweise auf der Wiese beim Schalampiweg und bei der Tannenstrasse. Der Transfer zwischen diesen beiden Weidegebieten ist nicht ganz einfach und führt unter anderem über die Baselstrasse, die ja schon für Schulkinder – nicht nur am Braun-Übergang – ein schwieriges Hindernis darstellt und deshalb auch für die Engadiner mit den Rammsnasen nicht einfach zu begehen ist. Tierfreund Brodbeck erkannte die Problematik sofort und bot umgehend seine Hilfe als Schaftreiber an. Die übrigen Kommissionsmitglieder sagten ebenfalls spontan zu, sich am Arlesheimer Alpaufzug zu beteiligen. Allerdings wurde bei einigen Mitgliedern nicht ganz klar, ob sie wirklich helfen wollen, oder ob sie einfach nur dabei sein müssen, wenn der Arlesheimer SVP-Landrat die Schafe durchs Dorf treibt. Dometown Arlesheim wird auf jeden Fall live berichten, wenn die Engadiner verlegt werden.

Und: Ja, natürlich gab’s noch ernstere Themen, die aber wie immer geheim sind und (noch) nicht auf dem Blog breitgetreten werden dürfen.

Nicht wählbar!

Es ist ja nicht ganz einfach, einen Wahlzettel auszufüllen. Das hat der erste Wahlgang für die Schulratswahlen gezeigt, der gleichzeitig mit den Wahlen ins Bezirksgericht stattfand. Aus dem Wahlbüro war zu erfahren, dass wegen dieser Koinzidenz einige Namen von Möchtegern-Richtern auf den Schulratslisten auftauchten.

Der zweite Schulrats-Wahlgang findet am 7. März statt, zusammen mit den kantonalen und eidg. Abstimmungen. Immerhin ist es aber die einzige Wahl. Trotzdem könnte es erneut zu Verwirrungen kommen. Denn neben den seit heute hängenden resp. stehenden Plakaten von FDP.Die Liberalen und Frischluft glotzt noch ein anderer von den Plakatwänden. Deshalb sei hier im Sinne einer neutralen Wahlberatung unmissverständlich festgehalten: Der Mann von der Amavita-Partei ist nicht wählbar, auch wenn er 10% und ein besseres Arlesheim verspricht.

Die Gemeindeverwaltung wird übrigens als Service am Wähler beim zweiten Wahlgang den offiziellen Wahlunterlagen endlich auch eine Liste mit den Namen der beiden Kandidaten beilegen. Danke!

Kandidiert nicht für den Schulrat, verspricht aber trotzdem nur das Beste für unser Dorf: Amavita-Mann

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Schulwegsicherheit: Einladung zur virtuellen Begehung

Heute ist einer der seltenen Tage, an dem in keiner Zeitung etwas über den bald mit einer Schranke gesicherten Tramübergang zu lesen ist. Und weil es mindestens bis übermorgen dauert, bis wir wieder etwas davon lesen und die öffentliche Begehung erst am Samstag stattfinden wird, nutze ich die Gelegenheit, um dieses Berichterstattungs-Vakuum als Trittbrettfahrer in der subkutanen Politwerbung für den Hinweis auf einen weiteren Brennpunkt in der Schulwegsicherheit zu nutzen. Ohne Schuldzuweisungen und Hintergedanken, einfach im Sinne einer Schilderung von Fakten, die im übrigen schon vor einem Jahr auf diesem Blog ein Thema waren.

Es geht um die Fussgängerstreifen von und zu der Schappe, einem der grössten homogenen Quartiere im Domdorf. Der eine Streifen liegt am Ausgang des Kreiselkreisels, auf abfallendem Strassenverlauf und kaum sichtbar für Autofahrer. Der andere ist immerhin mit einer optischen Signalanlage gesichert, bei der aber die Grünphase auf 7 Sekunden eingestellt ist, was für Kinder und alte Leute schlicht nicht reicht, um sicher über eine Strasse zu gelangen, die im weiteren Verlauf zu einem Autobahnzubringer wird.

Beispiel gefällig? Dann nehmen Sie doch einfach an der öffentlichen Begehung teil, die auf Dometown Arlesheim selbstverständlich virtuell abgehalten wird und ganz gemütlich vom Sofa aus verfolgt und kommentiert werden kann. Im Bild ist ein Fünfjähriger zu sehen, der im Kindsgi gelernt hat, diese Übergänge alleine zu meistern. Es handelt sich dabei um den Schulweg der Kinder von über 100 Familien aus der Schappe.

Kahlschlag

Was war das eigentlich für ein Lärm gestern Morgen? Antwort: Unsere Gemeinde mit dem Energiestadt-Label liess in der Ermitage ein paar Bäume fällen, die dann mit dem HELIKOPTER ausgeflogen wurden. Das gab natürlich zu Reden im Dorf. Warum Bäume fällen? Und warum um Himmelswillen per Helikopter?

Tja, in der Ermitage ist halt vieles ein bisschen anders als in einem normalen Waldstück. Denn die Ermitage ist ja auch gar kein normales Waldstück, sondern Den Rest des Beitrags lesen »

Wieviel Sicherheit auf Schulwegen?

Zunächst einmal eine kleine Bildbetrachtung. Wer oder was ist auf diesem Bild erkennbar?

Bildquelle: Wochenblatt

Der erste Gedanke: Sehr gut. Jetzt gibt es endlich einen Schranken-Wart am Tramübergang Birseckstrasse.
Leider falsch. Es ist Dr. Frank Braun, ein gewiefter Wahlkämpfer, der auch kein Problem damit hat, den Unfall eines Schulkindes im CVP-Wahlkampf zu verwerten und damit die Titelseite des Dorfanzeigers zu füllen. Kinder, Emotionen, Blut, Betroffenheit, böse Behörden: Das ist der Stoff, von dem der Politboulevard lebt. Neuerdings offenbar auch das Wochenblatt.

Und nun zu den Fakten. Der Tramübergang Baselstrasse/Birseckstrasse verfügt über ein gegenversetztes Geländer (“Schikane”) sowie eine optische und akkustische Signalanlage, nicht aber über eine Schranke. Am 15. Januar 2010 ereignete sich ein Unfall zwischen Den Rest des Beitrags lesen »

TNW: Tagi-Tarif abgeschafft

Da schau her: “Auf Antrag des TNW wird national die schwierig nachvollziehbare Tarifregel abgeschafft, wonach Kleinkinder unter sechs Jahren in Gruppen (Kindergarten, Kinderkrippen) für die Fahrt zu bezahlen haben”, schreibt der TNW in einer Medienmitteilung.”

Wir erinnern uns: Im Sommer wurde dieser absurde Tagesheim-Tarif (mit der Oma fahren die Kinder gratis, mit der Tagi-Leiterin müssen sie bezahlen) auf diesem Blog heftig kritisiert. Sogar die Gratiszeitung hat die Geschichte abgeschrieben weiterrecherchiert. TNW-Chef Büttiker gestand ein, Den Rest des Beitrags lesen »

Abschaffung des Ständemehrs

Vorbemerkung: Es geht hier nur indirekt um Arlesheim. Der Beitrag erscheint deshalb auch auf dem neuen Politblog der FDP-Baselland.

Öises Baselbiet: Halbkanton, Vollkanton, wiedervereinigter Kanton, selbständiger Kanton oder sogar Teil eines Grosskantons Nordwestschweiz? Die Diskussionen sind nicht neu, werden aber seit ein paar Wochen wieder intensiver geführt. 

Vergangene Woche wurden dazu im Landrat zwei Vorstösse eingereicht, die in unterschiedliche Richtungen zielen: Den Rest des Beitrags lesen »

Der 9 Millionen-Deal

Heute ist ein ganz besonderer Tag für Arlesheim. Zwei Jahre haben unsere Dorfväter und -Mütter auf diesen Moment hingearbeitet; auf den Moment, wo die Landrätinnen und Landräte die “Festlegung der Sekundarschulkreise und der Sekundarschulstandorte” verabschieden und damit Arlesheim als Dorf mit einer eigenen Sekundarschulanlage bestätigen. Arlesheim wird zwar neu Den Rest des Beitrags lesen »