WEBLOG VON BALZ STÜCKELBERGER

DOMETOWN ARLESHEIM

ÜBER DEN HERAUSGEBER

16

nov

FGSO löst die Schwellen ab

Neues aus dem Arlesheimer Versuchslabor für Verkehrsraumgestaltung und Strassensignalisation: Nachdem nun zumindest mal die Hälfte der nervigen Schwellen abmontiert und tw. auch die versetzen Hindernisse entfernt wurden, kommt die neue Geheimwaffe der Verkehrsberuhiger zum Einsatz: FGSO, was für farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen steht. Zu bestaunen gibt es die ersten grünen Streifen am Stollenrain.

Täuschend ähnlich: Grüne Strassenverengung in Arlesheim…

Nun ist es natürlich nicht so, dass man diese Streifen einfach so aufmalen darf. In der Schweiz gibt es für so etwas natürlich eine Norm, genauer: Die Schweizer Norm SN 640 214 Farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute vom 1. August 2009.

Gemäss diesen Verkehrsfachleuten muss beim Pinseln auf der Strasse einiges beachtet werden. Die Farbe ist nämlich keine “verkehrsrechtliche Markierung”. Sie dient “ausschliesslich der optischen Gestaltung des Strassenraums oder dem Anpassen des Erscheinungsbilds des Strassenraums an die Nutzungsansprüche gemäss VSS-Norm SN 640 211 dient”.

Was soll denn der Streifen noch? Offensichtlich geht es lediglich darum, die Strasse durch mehr oder weniger subtile Einwirkung optisch enger wirken zu lassen.

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15

nov

Die SP dreht an der Steuerschraube

Der Antrag kommt aus heiterhellem Himmel und ist offensichtlich eine Kurzschlussreaktion nach Lektüre des Finanzplanes. Dort ist zu lesen, dass der Gemeinderat bis 2019 Grundstücke und Liegenschaften im Wert von 10.5 Millionen Franken verkaufen will. Das ruft nun die SP auf den Plan, die bereits vom Ausverkauf der Heimat spricht.

Offensichtlich hat der Gemeinderat im Rahmen der Umstellung auf das neue Rechnungsmodell HRM2 eine Neubewertung des Finanzvermögens vornehmen müssen und dabei auch gleich Grundstücke und Liegenschaften identifiziert, an denen die Gemeinde kein strategisches Interesse hat. In den Erläuterungen zum Budget 2015 ist denn auch von einem klaren Konzept die Rede, nach dem der Verkauf erfolgen soll.

Gleichzeitig soll auch die Verschuldungsgrenze von 60% der Steuereinnahmen wieder eingehalten werden. Das ist sportlich, aber möglich, und zwar ohne Steuererhöhungen.

Und: Nein, ich bin kein Steuerfuss-Fundi, und es ist auch nicht so, dass Arlesheim nur wegen den tiefen Steuern attraktiv ist.

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31

okt

Sürpriiiise

Surprise - das ist eigentlich ein ganz einfaches Konzept: Ein privater Verein lässt von erfahrenen Journalisten ein qualitativ hochwertiges Magazin schreiben, das dann von Menschen in sozialen Schwierigkeiten und Asylbewerbenden verkauft wird. Diese erhalten damit eine Tagesstruktur und ein kleines Einkommen. Surprise kostet den Staat keinen Rappen.

Dieses Modell funktioniert so oder ähnlich praktisch auf der ganzen Welt, ausser im Baselbiet, wo der Amtsschimmel besonders intensiv wiehert. In der Restschweiz hat also zum Glück der gesunde Menschenverstand die Amtsstuben noch nicht ganz verlassen. Nota bene: Ein vom Kanton bezahltes Programm, mit dem dann plötzlich alles kein Problem mehr wäre.

Unternehmen mit einem überzeugenden und bestens funktionierenden Konzept gezwungen, zu einer staatlich mitfinanzierten Sozialfirma zu werden. Die Verkäufer würden in diesem Modell übrigens nicht einmal mehr ein Taschengeld erhalten. Es erstaunt nicht und ist verständlich, dass Surprise auf dieses Angebot nicht eingestiegen ist.

Schmutzige Politiker-Geheimnisse

Während Politiker früher noch ein hohes Ansehen genossen, werden heute immer mehr negative Schlagzeilen über sie verbreitet. Von Machtgier und Habsucht ist dann die Rede. Selten wird eine starke Persönlichkeit gelobt. Kritik steht auf der Tagesordnung. Nicht zuletzt deshalb ist für viele eine Karriere in der Politik nicht mehr erstrebenswert. Früher noch wurde Politikern Respekt gezollt und wer als junger Mensch Politiker werden wollte, galt als ehrgeizig und engagiert.

Äußert heute ein junger Mann oder eine junge Frau das Vorhaben, politisch tätig werden zu wollen, schlagen die meisten Menschen die Hände über dem Kopf zusammen. Diese Entwicklung ist durchaus bedauernswert, aber vermutlich einfach ein Zeichen unserer Zeit – oder eine Konsequenz aus Erfahrungen. Waren Politiker früher seltener in Skandale verwickelt? Ist der Charakter der Menschen mit der Zeit schlechter geworden?

Über die Antwort auf diese Fragen lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass heute häufig in Zeitungen sowie im Internet Negativ-Schlagzeilen über Politiker zu lesen sind, sowohl national als auch international. Das Privatleben von Politikern scheint beinahe mehr zu interessieren als ihre berufliche Tätigkeit, obwohl sie doch uns als Volk repräsentieren und unsere Interessen vertreten, weshalb ihre Arbeit im Fokus stehen sollte. Der Mensch ist aber von Natur aus sehr neugierig und daher interessiert es viele von uns mehr, wer regelmäßig einen Live Sex Chat in seiner Freizeit aufsucht, wer fremdgeht und wer sich für wie viel Euro welches Auto geleistet hat.

Hat der Live Sex Chat von Politikern früher niemanden interessiert? Vermutlich waren früher die Interessen tatsächlich ganz anders gelagert, da es in anderen Bereichen viel zu große Probleme gab, als dass ein Live Sex Chat von Bedeutung war – ganz abgesehen davon, dass es noch gar kein Internet und damit keinen Live Sex Chat gab. Und damit wären wir bei dem zweiten Grund für verlagerte Interessen. Früher kamen Schlagzeilen einfach bei weitem nicht so schnell in Umlauf wie heute.

Nachrichten verbreiteten sich nicht sekundenschnell über das Internet, sondern brauchten Stunden und Tage, um über Medien wie die Zeitung und später auch den Rundfunk oder das Fernsehen übertragen zu werden. Es ist nicht die Gesellschaft, die sich geändert hat, sondern die Gründe für verlagerte Interessen liegen vor allem in der Zeit, die sich geändert hat, sowie in der Technik, die in den letzten Jahrzehnten enorm vorangeschritten ist. Wen sollte in Zeiten des Weltkrieges, des Elends und des Hungers oder während der Nachkriegszeit, in der es um den Wiederaufbau ganzer Länder ging, das Privatleben von Politikern interessieren?

Auch der Kalte Krieg inklusive dem Mauerfall war sicherlich wichtiger als das Privatleben von Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und Co.. Allerdings hätte es sicher auch damals schon deutlich mehr Skandale gegeben, wenn es schon vergleichbare Medien wie das Internet gegeben hätte. Dann wären schmutzige Geheimnisse von Politikern sicher auch schon damals zu Tage gebracht worden, wenn auch nicht in der Intensität wie heute.

Haben wir nicht auch heute genügend Probleme, um für derartige Nichtigkeiten keine Zeit und keine Energie zu haben? Scheinbar nicht. Bild.de wird nachgewiesenermaßen deutlich häufiger abonniert als DIE ZEIT. Traurig, aber wahr. Sollte uns das nicht zu denken geben?

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