Hoheitliches Nähen in Arlesheim

9 Mrz

Ja gibt’s denn so was? Arlesheim sucht eine Nähkursleiterin. Sie lesen richtig. Es handelt sich nicht um eine Handarbeitslehrerin für die Schule, sondern um eine versierte und engagierte Näherin oder einen entsprechenden Näher, die oder der im 50%-Pensum Kurse erteilt für die nähenden Arlesheimerinnen und Arlesheimer. Das Ganze hat verschiedene interessante Aspekte, wobei ich hier gar nicht gross auf die politische Dimension eingehen will. Diesem Aspekt wird sich hoffentlich die FDP annehmen und die Frage stellen, warum um Himmels Willen in Arlesheim hoheitliches Nähen stattfindet.
Ein interessanter Nebenaspekt ist das in der Stellenbeschreibung erwähnte „schöne Kurslokal“. Wobei “schön” deutlich untertrieben ist. Denn genäht wird im ältesten und schönsten Gebäude Arlesheims: Der alten Mühle in der Schappe. Wenn schon, denn schon, wird man sich gesagt haben. Für die Bewohner des Schappe-Quartiers, und hier wird die Nähkurs-Geschichte endgültig absurd, steht dieser von der Gemeinde ursprünglich für Kultur und Veranstaltungen vorgesehene Raum nicht zur Verfügung, obschon er im Zentrum ihres lebendigen Quartiers steht.

Eine Antwort zu “Hoheitliches Nähen in Arlesheim”

  1. marrakech 20. Januar 2008 um 14:39 #

    Da Du die politische Dimension nur gestreift hast, hier noch ergänzende Kommentare aus liberaler Sicht: Gegen Nähkurse an sich ist natürlich nichts einzuwenden, im Gegenteil: Solche Angebote tragen zu unserer Standortattraktivität bei. Allerdings gibt es meines Erachtens keinen Grund, warum der Staat als Trägerschaft dieses Angebots agieren soll. Die meisten ähnlichen Angebote werden ja von privaten Trägerschaften angeboten. Diese verursachen bei gleichem Angebot erwiesenermassen günstigere Gesamtkosten und können erst noch flexibler auf Veränderungen in der Nachfrage reagieren. Dies ist ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit, periodisch eine Aufgabenprüfung auch auf Gemeindeebene durchzuführen.
    Zum Kurslokal nur soviel: Einige Parteien schreiben sich die Aufwertung der Quartiere auf die Fahne, was zu begrüssen ist. Es wäre ein erster Schritt, das angesprochene Lokal auch der lokalen Bevölkerung für spezielle Anlässe (Quartierfeste, Familienfeste usw.) zugänglich zu machen.
    - Markus Eigenmann

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