Neu gelernt: Unser Männerchor ist nicht mehr ein Männerchor, sondern ein Men’s Choir of Arlesheim. Vorbei sind die Zeiten des kollektiven Männer-Gebrummels, das in seiner Gesamtheit dem Klangbild eines mehrstimmigen Didgeridoo-Vortrages sehr nahe kam. Heute intoniert die – übrigens und zum Glück auf Einzelpositionen auch etwas verjüngte – Männergruppe neben dem traditionellen Liedgut auch Songs von jenseits der Kulturgrenze. So rieben sich die Besucherinnen und Besucher am gestrigen Open Air-Bettagsgottesdienst mit ihren kalten Fingern die Augen resp. die Ohren, als sich die Männer zu einer schwarzen Wand vor der Bühne aufreihten, um dann zur allgemeinen Überraschung eine ziemlich fetzige Gospel-Interpretation anzustimmen. Später gaben sie dann auch noch „unseren Hit“ mit dem Titel „Männer mag man eben“ zum Besten, bevor sie sich an die afrikanischen Themen wagten, die sie mit mehr oder weniger lustvoll eingesetzter Body-Percussion anreicherten.
Der Männerchor Arlesheim, dem nach eigenen Angaben „seit jeher das Glück beschieden war, stets von ausgezeichneten Gesangspädagogen geleitet zu werden“, hat wirklich überrascht, und zwar im positiven Sinne. Zwar sei das alles nichts Neues und schon seit zehn Jahren so. Eine kleine Umfrage unter Bettagsfeiernden hat dann aber gezeigt, dass stampfende, die Hüften schwenkende, mit den Fingern schnippende Männerchörler doch eher als Novum wahrgenommen werden. Wie auch immer: Der Vortrag des Männerchors war eine Bereicherung der Bettagsfeier. Der Auftritt von Regierungspräsident Ballmer ging daneben etwas unter. Er hat, so glaube ich mich erinnern zu können, irgendwas von gesellschaftlichem Zusammenhalt erzählt. Oder so.

Seit dem „Eidgenössischen“ 2008 mit dem Prädikat „sehr gut“ unterwegs: Dometown Show-Group alias Männerchor Arlese.

REPLY:
Falls es wieder mal ein ArlesAir gibt……..
Gerne! Und wer organisiert uns einen guten Pianisten, einen Schlagzeuger und einige Spitzengitarristen die uns dabei begleiten?
Uiii, Herr Stücki, da haben sie bei Ihrer Lobhudelei wohl etwas übersehen: Im Reisebereicht über das Sängerfest steht ihr absoluter nogo-Satz: „Petrus muss ein Sänger sein“. Darüber haben sie sich doch kürzlich mal ausgelassen.
klar, man braucht in Dometown die Stimmen der Feuerwehr und der Chöre. Aber es ist etwas früh, schon jetzt mit dem Kriechen zu beginnen, die nächsten Wahlen sind noch weit weg. Sie können also noch ruhig schreiben, dass die Arleser Gospelchörler nahe an der Lachnummer sind.
Ich bin für einen Auftritt am nächsten ArlesAir und würde mir wünschen, vom Männerchor die Bohemian-Rapsody inszeniert zu bekommen.
Vielen Dank Balz für den Werbespot. Wir Sänger waren übrigens von der Qualität unseres Auftritts nicht so angetan. Wir können es viel besser. Aber lassen wir das. Interessierte sind übrigens herzlich Willkommen und werden für Schnubberbesuche unserer Donnerstags-Gesangsproben persönlich abgeholt. Ich bin nun genau 2 Jahre dabei, kannte am Anfang praktisch niemand und bin wunderbar aufgenommen worden. Händ Muet und kömmet emol go luege.
REPLY:
das kann man mittlerweile auch a capella darbieten. Hab ich sogar schon mal gehört. Das wäre doch eine Challenge und vielleicht die beste PR-Aktion für den Männerchor. Wär das was?