Deutsche Billigstketten machen sich allmählich auch in unserer Region breit. Aldi ist schon da, Lidl kommt, und dann gibt es ja noch ein paar neue Einkaufszentren (Stücki mit Saturn etc.).
Diese Entwicklung wird nicht ohne Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten der Birsstadtbewohner bleiben, die nun endlich auch erleben dürfen, wie man seine Einkäufe zwischen Kartons in lieblos gestalteten Lagerhallen erledigt. Vor allem aber fragt sich, was das einheimische Gewerbe tun kann, um auf die neue Konkurrenz zu reagieren. Drei Varianten stehen zur Auswahl:
- Verbieten: Mit der Lex Aldi im kantonalen Richtplan hat der Landrat unlängst die Hürden sehr hoch gesetzt für neue Einkaufszentren in Gewerbezonen. Solche höchst unliberalen quasi-Verbote sind aber kein taugliches Mittel, um gesellschaftliche Trends aufzuhalten. Das hat schon 1933 nicht funktioniert, als das Parlament auf Druck der damals schon protektionistischen Gewerbeverbände den Aufstieg der noch jungen Migros verbieten wollte. Mit einem Filialverbot sollten “die verwerflichen Geschäftsmethoden der Migros” unterbunden werden. Das Verbot war von kurzer Dauer und die Migros hat sich gedeihlich entwickelt. Gewisse Trends lassen sich eben wirklich nicht aufhalten.
- Heulen: Diese Variante wird von einem Teil des Aescher Gewerbes praktiziert, wie ein Blick in die Aescher Spalten des Wochenblattes und die Diskussionen um “Aesch Nord” zeigen.
- Cool bleiben, stark sein (oder umgekehrt). Diesen Grundsatz scheint man beim Arlesheimer Gewerbe- und Industrieverein AGIV verinnerlicht zu haben. Hier wird die Auffassung vertreten, dass nur das Herausstreichen der eigenen Stärken eine taugliche Antwort auf die Konkurrenz durch Einkaufszentren und Billigketten ist. Richtig! Und weil man es beim AGIV ernst meint, organisiert man auch gleich eine Gewerbeschau am 6. Juni 2009, mit der das “schönste Open-Air Einkaufszentrum der Region” gezeigt werden soll. Das ganze wird sich in der Begegnungszone abspielen und eine Mischung aus Tischmesse und Dorfmarkt sein. Der AGIV hat seine Mitglieder letzte Woche an einem Workshop aufgefordert, innovative Ideen zu entwickeln und sich von ihrer besten Seite zu präsentieren. “Arlesheim lebt, zeigen wir, was wir können”, stand in dicken Lettern auf einer Folie. Für diesen positiven Denkansatz gibt es schon mal einen grossen Applaus. Bleibt zu hoffen, dass sich die Mitglieder vom Optimismus der Organisatoren anstecken lassen. Wir bleiben dran.





