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Faules Ei von Gemeinderat aussortiert

10 Apr

Aber jetzt mal ehrlich: Hat denn echt jemand auch nur eine Sekunde daran geglaubt, dass das Congeli-Stadion-Projekt in Arlesheim den Hauch einer Chance hat? Ein Stadion mit 10’000 Sitzplätzen für einen Verein, der – wenn es gut kommt- ein paar hundert Schnäuze anzieht; dazu 500 Wohnungen in 75 Meter-hohen Wohntürmen, mit denen die Arlesheimer Bevölkerung auf einen Schlag um einen Viertel angewachsen wäre, was wiederum erhebliche Anpassungen der Infrastruktur (Schulen etc.)  nach sich gezogen hätte?

Solche Projekte, die von selbsternannten Immobilienkönigen entwickelt werden, haben nur in verzweifelten Bergtälern oder grössenwahnsinnigen Tourismusgebieten eine Chance, und auch nur dann, wenn der Gemeindepräsident der Bruder des Investors und der Onkel des Architekten ist, und sich alle übrigen Dorfbewohner darüber einig sind, dass man lieber eine Bauruine als gar nichts hat.

Natürlich ehrt es unseren Gemeinderat, wenn er sagt, er hätte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das gibt uns die Gewissheit, dass man am Domplatz ernst genommen wird, auch wenn man als Wichtigtuer mit einem völlig überrissenen Projekt daherkommt. Vor allem aber gibt es uns das gute Gefühl, dass sich der Gemeinderat ernsthafte Gedanken über die Entwicklung des Schorenareals macht. Jetzt nur nicht aufgeben und schön weitermachen! So kompliziert kann das doch nicht sein. Es liegt doch auf der Hand, dass sich das Areal Schoren/Walzwerk für eine urban orientierte Siedlung eignet, in der sowohl Gewerbe, Kultur und Wohnen nebeneinander Platz finden. Warum orientiert man sich nicht einfach an den vielen guten Beispielen umgenutzter Industriebrachen? Da könnte in Arlesheim (und Müchenstein) ein wirklich atemberaubendes  Zentrum der Birsstadt entstehen.