Was für ein Prachtstag! Der gute alte Petrus, der – wie wir vom Wochenblatt wissen – ein Marktfahrer ist, sorgte mit seiner Wetterkonfiguration für Arlesheim am gestrigen Frühlingsmarkt nicht nur für gute Umsätze, sondern liess auch Frühlingsgefühle aufkommen.
Zum Beispiel bei der FDP und der CVP, deren Spitzen sich nach dem Markttag noch auf ein Bier trafen; ein Balzbier sozusagen. Eine gute Gelegenheit, um mal auszuloten, was man vom neuen starken Mann bei der CVP so erwarten darf. Er – Frank David Braun – ist zwar „nur“ Vizepräsident, gilt aber als neuer Wortführer und Vordenker bei den Orangen mit dem hohen C. Als wortgewandter Anwalt aus strammen CSU-Landen prägt er das Werteprogramm mit der Familie im Zentrum.
Der neue Mittemann für Arlesheim zeigt sich angriffslustig und antwortet auf die Frage nach dem Stand der BüZa selbstbewusst mit „sowas muss erst mal wachsen“. Vom grossen Kuscheln in der Dorfpolitik scheint er wenig zu halten und sorgte gleich bei der ersten Begegnung für eine leichte Verstimmung bei der FDP-Präsidentin. Nichts Schlimmes, aber in der Diplomatie hätte die Republik FDP den Botschafter des Freistaates CVP für ein paar Erklärungen zu sich gerufen. Die Sache ist längst erledigt und man freut sich über etwas mehr Würze in der CVP.
Herrn Braun, der gerne auch in Bildern spricht und Wortspiele mag, sei ein kurzer Rückblick auf den gestrigen Marktauftritt seiner Partei gewidmet. Wir sahen ein Zelt, ein sehr grosses Zelt sogar, das zwar den neuen Slogan der Partei trug, überdies aber weitgehend inhaltsleer wirkte. Dafür bot es reichlich Platz, um den einzigen Gast am VIP-Apéro zu beherbergen, immerhin ein Regierungsrat, der mit seiner Aura das Zelt aber auch nicht zu füllen vermochte.
Bemerkenswert war hingegen die Kunstinstallation mit den Wasserbällen, die sich im Dorfbrunnen sinnlos im Kreis drehten unter dem Druck des Wasserstrahls. Zwischenzeitlich spielte eine Jugendband vor dem Zelt den Hit Kumbaya my Lord eine coole Session. Immerhin, das Zelt bot Schutz vor der Frühlingssonne, ohne aber den benachbarten Stand der FDP in den Schatten zu stellen. Insgesamt ein Marktauftritt, der noch zu optimieren wäre. Aber auch hier gilt wahrscheinlich die neue CVP-Doktrin: „Sowas muss erst wachsen“.

mutig mutig von der CVP, gerade jetzt einen aus dem grossen Kanton zu bringen, der uns erklären soll, wie Politik funktioniert…
…und wenn er es uns (meine Wenigkeit fühlt sich da allerdings da nicht angesprochen) erklärt hat, wie sie funktioniert, die neue Politik, und wenn der eloquente neue Mittestrahlemann seine getreuen „C“-Schäfchen auf das linke Abstellgleis katapultiert haben sollte, wohin schon sein offensichticher Spiritus Rector, seine deutsche „C“, die Mutter aller „C“-Parteien, abgedriftet ist, die sich Herrn Westerwelle zufolge selbst sozialdemokratisiert hat
na schön, dann haben wir Liberale es eben im Domdorf mit drei linken Gruppierungen zu tun. Aber vielleicht kommt es ganz anders, und der nette neue Mann schielt klammheimlich doch auf seine liberalen Domdorf-Freunde, die auch in diesen turbulenten Zeiten wahre liberale Werte wie Freiheit, Eigenverantwortung, Arbeitsleistung, Solidarität sowie Bescheidenheit und Anstand hochhalten.