Archiv | 14:04

Die menschliche Komponente

10 Mai

Wie läuft´s denn eigentlich so im Zivilschutz?, möchte man fragen, nachdem die Arlesheimer ihren Zivilschutz per Anfang Jahr mit den Reinachern fusioniert haben und Gerüchte über Klimaunterschiede und weitere Rücktritte im ehemaligen Arlesheimer Kader die Runde machen. Vergangene Woche übte der neue Verbund die Evakuation der Reinacher Schulen und Kindergärten. Der Gemeinderat der Stadt vor der Stadt zieht im Wochenblatt Bilanz und spricht von „kleinen Schwachstellen“, „Im Grossen und Ganzen läuft aber alles plangemäss“.

Soso. Alles prima, aussser ein paar Sachen halt. Für diesen schonungslosen und detaillierten Stimmungsbericht sei dem Reinacher Gemeinderat herzlich gedankt. Bemerkenswert an diesem peinlichen Fazit ist aber, dass es im Wochenblatt vom 7. Mai erschien, während die Übung noch in vollem Gange war und erst mit weiteren Evakuationen am 8. Mai abgeschlossen wurde. Die Tatsache, dass am 5. Mai (morgens) Redaktionsschluss war und der Text deshalb offensichtlich sogar schon vor Übungsbeginn verfasst wurde, lässt auf hellseherische Fähigkeiten des Gemeinderates schliessen.

Der goldene Zivilschutzhelm wird aber für die folgende Formulierung im Bericht des Gemeinderats verliehen: „Was auf dem Papier durchdacht und lückenlos ist, erweist sich zwar auch im konkreten Einsatz als wichtiger Eckpfeiler, doch die menschliche Komponente bringt auch Unvorhersehbares zutage, was wiederum Verbesserungen für die Theorie bringt.“ Alles klar. Ausser ein paar Sachen halt.

So ein Salat!

10 Mai

Ein Meilenstein wird von der schönsten Verkehrsdrehscheibe der Welt vermeldet. Mit der Fertigstellung der neuen Tramschlaufe hält nun der BLT-Zehner direkt neben der SBB-S3. Grund genug für das Arlesheimer Staatsfernsehen, diesem Ereignis eine Sondersendung zu widmen. Höchste Zeit also auch für einen weiteren Beitrag aus der Serie „Wie soll das Kind denn heissen?“.

Neuste Bilder zeigen, dass es den Drehscheiben-Machern mit dem befürchteten Schildersalat wirklich ernst ist. Wer mit dem Tram in die Drehscheibe einfährt, steigt in „Dornach“ aus. Zwei Meter daneben hält der Zug allerdings in „Dornach Arlesheim“. Und der Bus? Genau: Der hält zwar auch nur einen Steinwurf entfernt, aber eben in „Dornach Bahnhof“. So ist und bleibt das also auf der neuen Verkehrsdrehschreibe.

Natürlich weiss ich, dass ich der einzige Mensch in der Birsstadt bin, der sich für dieses Wirrwarr begeistern kann. Allerdings: Vielleicht wird sich auch Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze nerven, wenn sie dereinst wieder einmal mit dem ÖV von Niederschwabing nach Oberdornach ins Goetheanum fahren wird. Dann wird sie sich nämlich beim Studieren der Reiseunterlagen fragen, wie und wo sie in Dornach-Arlesheim umsteigen muss, um nach Dornach Bahnhof zu gelangen. Wobei: Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing kommt ja höchstwahrscheinlich ohnehin mit ihrem alten Golf Diesel (ohne Filter). 

 

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