Ein Meilenstein wird von der schönsten Verkehrsdrehscheibe der Welt vermeldet. Mit der Fertigstellung der neuen Tramschlaufe hält nun der BLT-Zehner direkt neben der SBB-S3. Grund genug für das Arlesheimer Staatsfernsehen, diesem Ereignis eine Sondersendung zu widmen. Höchste Zeit also auch für einen weiteren Beitrag aus der Serie „Wie soll das Kind denn heissen?“.
Neuste Bilder zeigen, dass es den Drehscheiben-Machern mit dem befürchteten Schildersalat wirklich ernst ist. Wer mit dem Tram in die Drehscheibe einfährt, steigt in „Dornach“ aus. Zwei Meter daneben hält der Zug allerdings in „Dornach Arlesheim“. Und der Bus? Genau: Der hält zwar auch nur einen Steinwurf entfernt, aber eben in „Dornach Bahnhof“. So ist und bleibt das also auf der neuen Verkehrsdrehschreibe.
Natürlich weiss ich, dass ich der einzige Mensch in der Birsstadt bin, der sich für dieses Wirrwarr begeistern kann. Allerdings: Vielleicht wird sich auch Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze nerven, wenn sie dereinst wieder einmal mit dem ÖV von Niederschwabing nach Oberdornach ins Goetheanum fahren wird. Dann wird sie sich nämlich beim Studieren der Reiseunterlagen fragen, wie und wo sie in Dornach-Arlesheim umsteigen muss, um nach Dornach Bahnhof zu gelangen. Wobei: Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing kommt ja höchstwahrscheinlich ohnehin mit ihrem alten Golf Diesel (ohne Filter).




Falsch, Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing kommt mit einem alten Mercedes 190 aus fünfter Hand ans Goetheanum
Ungenau, Frau Dörte Elisabetht Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing kommt zwar vielleicht mit einem alten 190er, aber sie fährt nicht selber, sondern hat eine Fahrt aus der Mitfahrzentrale gebucht.
Und auch nicht unwichtig, alte 190er, die von Frau Dörte Elisabetht Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing nach Dornach gefahren werden, sind zwischen dem Rost meistens olivgrün lackiert.
wollen wir soweit gehen und behaupten, dass auf dem olivgrünen 190er von Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing in aller Regel noch einer der vom Aussterben bedrohten „Atomkraft-Nein Danke“-Sticker klebt?
Aber sicher. Zudem lässt Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing bei ihrem olivgrünen 190er in der Regel die alten Autobahnvignetten kleben.
Jein, also die alten Vignetten stammen noch von den Vorbesitzern. Frau Dörte Elisabeth Weichselhoff Kunze aus Niederschwabing kauft selber keine Vignetten, sondern verlässt die Autobahn in Weil und fährt dann über Land nach Oberdornach. Das ist billiger und ohnehin viel schöner und man erlebt die Wegstrecke viel bewusster und intensiver.
Den Geruch neuer Vignetten würde sie sowieso nicht ertragen. Ebenfalls störend käme hinzu, dass sich das Blickfeld jedes Jahr ein wenig verkleinern würde.