Auf den Zweithund gekommen

Es gibt ja Menschen, die behaupten, ich würde das Gras wachsen hören. Das stimmt natürlich nicht. Aber hin und wieder reichen ein paar gute Ohren und Augen, um gewisse Ereignisse voraussagen zu können. Wie zum Bespiel die Senkung der Hundegebühren in Arlesheim.

Was ist passiert? Nachdem das Kantonsgericht im vergangenen Jahr ein deutliches Räuspern zur Frage der höheren Zweithundebelastung von sich gegeben hatte (Dometown Arlesheim berichtete exklusiv) , hat nun der Regierungsrat im März entschieden, dass das Hundereglement der Gemeinde Muttenz keine ausreichende Rechtsgrundlage für die unterschiedliche Behandlung von Fido 1 und Fido 2 darstellt. Oder anders gesagt: Wenn die Gemeinde den Trend zum Zweithund unterbinden will, dann muss sie dieses Lenkungsziel in einem Gesetz verankern. Hat sie aber nicht.

Und weil die meisten Baselbieter Gemeinden voneinander abgeschrieben haben, muss nun eine nach der andern zurückkrebsen und ihr Reglement oder zumindest ihre Gebührenordnung ändern.

Münchenstein ging schon mal voran; dort kosten jetzt alle Hunde gleich viel. Vom Domplatz haben wir noch nichts gehört, obschon in Arlesheim ein besonders krasser Aufschlag von 100% für den Zweithund kassiert wird.

Deshalb, lieber Gemeinderat: Jetzt handeln wäre nicht ganz falsch. Denn hinter den Kulissen scharrt schon eine doggy-tax-pressure-group, welche die Tage zählt, bis die unrechtmässige Doppelhundstrafe fällt.

Kleiner Tipp noch an die Mehrfach-Hündeler: Falls das Reglement oder die Gebührenordnung nicht abgeändert werden, wäre das Nichtbezahlen der Hunderechnung in Komination mit einem Rechtsmittelverfahren eine Alternative. Die Prozesschancen stünden bestimmt nicht schlecht. Aber nicht sagen, dass ich das empfohlen habe…