Da ist nun für einmal sogar in den amtlichen Mitteilungen des Gemeinderats ordentlich Pfeffer drin. „Die SBB verweigern eine Aussprache mit den Betroffenen“, schreibt die amtliche Nachrichtenagentur. Das ist starker Tubak, aber leider wahr. Denn die SBB, die im Winter gemeint haben, über Nacht und völlig unbemerkt ein paar Starkstrommasten entlang der Bahnlinie hochziehen zu können, diese SBB also halten es auch nachträglich nicht für nötig, die versäumte Information der Anwohner nachzuholen. Nicht genug: Stattdessen kommt die sackarrogante Einladung zum Empfang „einer Behördendelegation“ nach Zollikofen ZH. Einer Behördendelegation! C’est DE-GOU-TANT!!!
Liebe SBB, bei Dir scheinen offensichtlich nicht einmal elementarste Kommunikationsprinzipien bekannt zu sein. Weisst Du, wenn Du jemandem einen Hochspannungsmasten in den Garten setzt, dann wäre es schon noch gut, wenn Du ihm das vorher sagen tätest. Ok, kann ja mal vorkommen, das man das vergisst, man kann ja nicht immer an alles denken. Aber dann musst Du wenigstens Eier genug haben, um nachher, wenn der Anwohner einen roten Kopf und einen dicken Hals hat, mit ihm zu sprechen. Niemand erwartet, dass Du mit der weissen Fahne ankommst und den Masten gleich wegsprengst. Aber sag doch einfach, warum Du ihn dorthin getan hast; erkläre Dein Tun, das schafft Vertrauen. In der Fachsprache nennen wir sowas Neighborhood Communications. Ganz wichtig!
Tust Du auch das nicht, riskierst Du, dass die Menschen ganz böse sind mit Dir. So böse, dass sie zum Beispiel erneut von einem Ausflug in die Grimselkraftwerke zu erzählen beginnen, bei dem eine vollständig abgeschirmte Starkstromleitung zu sehen war, die einfach so an der Decke eines Tunnels auf Kopfhöhe hängte und von der ein Experte sagte, dass man sie ohne Probleme auch in den Boden legen könnte. Ohne Probleme.


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