So, jetzt ist erst mal Schluss mit Bloggen für eine Weile. Diagnose: Nicht Schreibfaulheit, nicht Bloggerallergie, sondern schlicht und einfach Reisefieber. Und zwar bis ca. Ende Juli. Einen schönen Sommer wünsche ich. Und wer einem Blogger beim Reisen zusehen möchte, der schaut doch einfach mal bei ihm rein: Bonum iter!
Noch ein Denkmal
17 JunGestern wurde die Sommerloch-Saison hochoffiziell eröffnet. Als erster wagte den Sprung in den Trog der sommerlich-medialen Überreaktionen auf Schnapsideen aller Art ein ehemaliger Basler Regierungsrat, der forderte, dass eine ehemals wichtige Basler Verkehrsdrehscheibe auf den Namen eines ehemaligen Bundesrats umgetauft werde. Konkret soll der Voltaplatz in Zukunft Hans Peter Tschudi Platz heissen, fordert Peter Facklam. Eine Idee, der ich als ehemaliger Anwohner des Voltaplatzes aber auch gar nichts abgewinnen kann. Warum soll ein Platz mit einer langen Leidensgeschichte, der – um es mit den Worten des Voltabloggers zu sagen, als „Denk- und Mahnmal städtebaulichen Irrsinns und Experimentierfeld für sozialdemokratische BaudirektorInnen, die ihn korrigieren wollen“ gilt – nun kurz vor seiner Rehabilitation und Entlassung in eine besser Zukunft ohne Schwerverkehr und Grenzgängerstrom plötzlich nicht mehr so heissen dürfen, wie wir ihn alle geliebt und gehasst haben? Warum soll die gesamte Flursystematik im St. Johann- die angrenzenden Strassen heissen Wasser-, Gas-, Kraft-, und Lichtstrasse – über den Haufen geworfen werden?
Mit der Denkmalsetzung für Bundesrat Tschudi kommen aber auch die Diskussionen über dessen Verdienste um die AHV wieder auf. Während der Sozialdemokrat Tschudi gemeinhin als Vater der AHV gilt, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher, dass dem gar nicht unbedingt so ist. Fakt ist, dass die FDP 1904 die Einführung einer Altersversicherung forderte. Als dann 1947 das Volk für die Einführung der AHV stimmte, freute sich als zuständiger Bundesrat der Solothurner Bundesrat Walter Stampli, ein Freisinniger. Tschudi, der erst 1959 in den Bundesrat gewählt wurde, hat die AHV zwar wesentlich ausgebaut, ist deswegen aber noch lange nicht deren Vater. Das muss, bei allem Respekt und vor der Denkmalsetzung, auch einmal gesagt werden.
PS: Der Widerstand hat sich auf facebook bereits organisiert
Denk mal!
14 JunAlso ich bin ja kein Denkmalschutz-Experte. Aber wie man so hört, ist es noch recht schwierig, an einem unter Schutz stehenden Haus auch nur ein Scharnier an einer Kellertür anszutauschen, falls dieses nicht exakt dem ursprünglichen Zustand entspricht. Umso schwieriger dürfte es sein, an einem offiziell inventarisierten Kulturdenkmal des Kantons-Baselland einen Ziegelstein geradezurücken, wenn der schon immer schräg war. Könnte man meinen. Nun wurde aber vor einiger Zeit auf der Burg Reichenstein ein Catering-Lift installiert, der – sagen wir es mal so – nicht wesentlich zur Aufwertung des Gesamtbilds des Wahrzeichens von Arlesheim beizutragen vermag. Wie so etwas bewilligt wird, nur damit die Caterer ihr tiefgefrorenes Saisongemüse und den Topf mit der Sauce Cömberländ nicht mehr die Treppen hochtragen müssen, erscheint fraglich. Wahrscheinlich ist es so, dass der Bischoff von Basel bereits 1239 die Vorzüge dieses Catering-Lifts zu schätzen wusste und mit den hässlichen Alustangen deshalb lediglich der Originalzustand wiederhergestellt wurde. Doch, so muss das gewesen sein.
TNW-Tagitarife, die Dritte
12 JunNur kurz für die nicht wenigen Verfolgerinnen und Verfolger der Geschichte über die absurden TNW-Tarife für Kinder unter sechs Jahren. Die Story wurde nun endgültig geadelt, indem Sie gestern im Landrat vom gütigen Ritter Daniele Ceccarelli zu einem Postulat geschlagen wurde mit der Folge, dass sich nun der Regierungsrat damit beschäftigen muss.
Neue Leuchttürme
12 JunMöglicherweise habe ich mich bei der Beurteilung der politischen Zukunftsaussichten von Suters Fritz leicht verhauen. Kann ja mal passieren. Diesmal bin ich aber ganz sicher, auf Leuchttürme gestossen zu sein, von denen wir noch viel hören werden. Die Rede ist zunächst einmal von ihm, dann aber auch von ihm und natürlich auch von ihm, alles Mitglieder meiner eigenen Partei, was ich eigentlich gar nicht so zum Lachen finden sollte. Beim Betrachten dieser Videobotschaften aus Lozärn erscheinen die Statements aus unserem letzten Gemeindewahlkampf schon fast als mediale Glanzleistungen.
Verschiffte, aber gelungene Premiere
8 JunUnd, wie war’s am Samstag an der Gewerbeschau? Nass und kalt in erster Linie. Schade? Nein, ganz und gar nicht, denn eigentlich hätten sich die Gewerbeschau-Macher gar kein besseres Wetter wünschen können. Denn nur dank Starkregen und Windböen gelang es ihnen, ihre Hauptbotschaft zu visualisieren: Wir trotzen der Krise und zeigen uns von unserer besten Seite, weil wir wissen, dass nach dem Regen die Sonne kommt. So sah man also lauter gut gelaunte GeschäftsinhaberInnen, die entweder im Regen ausharrten oder es sich in der Gewerbelounge gemütlich machten. Ob sich das gelohnt hat und die Schau damit ein Erfolg war, können letztlich nur die Gewerbler selbst beurteilen, die am Ende des Tages hoffentlich auch ein paar Franken oder Bestellungen in ihren Kassen hatten. Vielleicht sollte man so ein Anlass aber gar nicht am kurzfristigen Geschäftserfolg messen, sondern am Image-Gewinn für das ganze Gewerbe und damit auch für Arlesheim an sich. Aus dieser Perspektive betrachtet, war der Gewerbetag ein voller Erfolg und eine gelungene Hauptprobe für die nächste Ausgabe.
lic. rer. Tagesmutter
7 JunMachen wir doch mal wieder einen Abstecher nach Absurdistan und stellen uns die folgende Situation vor: Eine Familie benötigt an zwei Tagen und einem Abend pro Woche Fremdbetreuung für ihre zwei Kinder. Die Nachbarin und Freundin mit ebenfalls zwei Kindern, aber ohne Job, bietet an, die Betreuung zu übernehmen. Diese Lösung kommt die Eltern wesentlich günstiger als die Betreuung im Tagesheim, die Nachbarin verdient aber trotzdem etwas dazu, und die Kinder sind in ihrem gewohnten Umfeld bestens betreut. Bis heute also eine rundum gute Sache, könnte man meinen. (weiterlesen…)
Mit Bausparen gegen Bausparen
6 JunBausparen ist eine gute Sache, aber leider vom Steuerharmonisierungsgesetz nicht mehr vorgesehen. Trotzdem lässt die Baselbieter Regierung die Bausparabzüge weiterhin zu, weil es sein könnte, dass mit den hängigen Volksinitiativen das Bausparen durch die Hintertüre doch wieder salonfähig werden könnte. Diese Politik ist inhaltlich natürlich zu begrüssen, auch wenn die Vorwirkung eines zukünftigen Volksentscheids etwas abenteuerlich anmutet.
Nun hat sich diese Woche die Baselbieter SP-Nationalrätin Leutenegger-Oberholzer beim Bundesrat als Musterschülerin profiliert, indem sie gerätscht hat, dass in ihrem Heimatkanton im Fall nach wie vor baugespart wird, und dass man das doch bitte sofort abstellen soll. Dafür erhielt sie eins auf die Finger von der Baselbieter FDP.
Interessant daran ist aber vor allem, dass Frau Leutenegger Oberholzer selber von den Bausparabzügen profitiert, und zwar nicht zu knapp: (weiterlesen…)



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