Archiv | August, 2009

Heute: Sponti-ArlesAir auf dem Domplatz

28 Aug

Freunde des gepflegten Blues und von Guerilla-Jam-Sessions aufgepasst: Wie normalerweise gut informierte Quellen berichten, bahnt sich für heute Abend in Arlesheim eine kleine Sensation an. Ein bisher nur in Insiderkreisen bekannter Blues-Gott  unter dem Pseudonym „Lele“ plant einen ebenso spontanen wie einmaligen Auftritt im Domdorf. Gemäss seiner Ankündigung auf „Arlesheimlich“ wird er heute nach Einbruch der Dunkelheit, also um ca. 21.30, auf der Treppe des Doms den Nachtblues zelebrieren.

Unsere hartnäckigen Recherchen haben ergeben, dass es sich bei dem Künstler um keinen Geringeren als Daniele Ceccarelli handelt, amtierender Präsident der FDP Landratsfraktion. Mit seiner sonoren Stimme, bekannt aus flammenden Plädoyers vor Gericht und engagierten Redeschlachten im Landrat, und den passenden Riffs wird er seiner ehemaligen Wohngemeinde einen unvergesslichen Moment schenken. Und, wer weiss, vielleicht wird aus dem Solo-Auftritt eine spontane Jam-Session. Mitmachen sei auf jeden Fall erwünscht, schreibt der Musiker auf Arlesheimlich: „wenn noch andere Spinner mittun wollen – herzlich gerne.“

Härtefälle in Arlesheim

25 Aug

Wer sich an der Dörrgeschichte noch nicht sattgelesen hat, dem sei die Lektüre der heutigen BaZ (PDF: BaZ Dörren, 25.8.2009) empfohlen. Darin gibt es auch den wahren Grund für die Subventionierung von Dörrgeräten für den Hausgebrauch nachzulesen: Der Gemeinderat möchte „Härtefälle abfedern“. HÄRTEFÄLLE!

Übrigens sei in diesem Zusammenhang auch auf die Begleitmassnahmen zur Abfederung der gravierenden Folgen des Dörr-Stops hingewiesen: Ab sofort trifft sich die Selbsthilfegruppe der anonymen Dörrer zum mental-Dörren im ref. Kirchgemeindehaus. Zudem kann auf der Gemeindeverwaltung das Buch „Ich hab’s geschafft: Weg vom Dörren in zehn Tagen“ gegen Abgabe von 20 Öpfelschnitzli bezogen werden.

Gosch au in d’2ZS?

21 Aug

Ein ganz besonderes Schmankerl gibt es zur Zeit in den aktuellen Landratsvorlagen zu entdecken. Und zwar geht es um die Diplommittelschule DMS 2, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, weil die interkantonalen Anerkennungsbestimmungen keine zweijährigen Mittelschulen mehr vorsehen. „Ist uns doch egal“, (weiterlesen…)

Eine Gurkensuppe für den Gemeinderat

19 Aug

Da zur Zeit viele Arlesheimer ihren Lebensmittelpunkt ins Schwimmbi verlegt haben, gibt es auch heute wieder eine kleine Geschichte von dort, und die geht so: Wie kann man die an einem Hitzetag ohnehin schon völlig am Anschlag laufende Crew des Chili-Cafés nochmals herausfordern? Antwort: Mit einem Anruf der Gemeindeverwaltung und der Ankündigung, der Gemeinderat gedenke, nach seiner Sitzung im Schwimmbad-Restaurant zu dinieren. IN CORPORE. UND VOR ALLEM: SCHON IN WENIGEN STUNDEN. So geschehen gestern Dienstag.

Nun ist das ja nicht irgendeine Behörde, sondern genau diejenige, die über Pacht oder nicht Pacht entscheidet. Und auch wenn das ja alles ganz unkomplizierte Menschen sind, ist doch anzunehmen, dass sie nicht reservieren lassen, um dann Hotdogs und Nuggets vorgesetzt zu bekommen. Also nichts wie los, sagt sich die sympathische und durch nichts aus der Ruhe zu bringende Chili-Chefin, und geht auf Einkaufstour, um den Damen und Herren vom Domplatz wenig später einen formidablen Viergänger zu servieren, mit Apéro, kalter Gurkensuppe und so weiter. Unseren Gemeindevätern und – Müttern scheint es gemundet zu haben. Auf jeden Fall haben sie das Schwimmbad – vorsichtig ausgedrückt – deutlich nach Betriebsschluss verlassen.

Der Kampf ums Holz

18 Aug

Mit dem Sommerhöhepunkt nähert sich auch das beste aller Birstaler Schwimmbis seiner Belastungsgrenze. Gegen 3’000 Besucher sollen es am Sonntag gewesen sein. Und wie immer, wenn Menschen in Massen auftreten, hat es darunter auch ein paar wenige, die nicht so richtig wissen, was sich gehört. Nein, ich meine nicht diejenigen, welche die Vorzüge der Selbständigkeit genüsslich zur Schau stellen, indem sie ihr Büro dank Wifi ins Chili-Café verlegt haben. Auch nicht jene, die ständig Glacé klauen und dafür verantwortlich sind, dass die Glaceausgabestelle mittlerweile einer Hochsicherheitszone gleicht. Sondern ich meine all jene, die eben noch ihren Urlaub in irgendeinem all-incl.-Hotel Playa del Sol Bellavista verbracht haben und von dort nicht die Schweinegrippe, sondern – viel schlimmer – die Saumode der sog. Handtuchreservierung mitgebracht haben.

Konkret geht es um den Tatbestand der Reservierung der begehrten Plätze auf den drei Holzinseln im Kinderbereich. Die Täter gehen dabei immer nach dem gleichen Schema vor: Die erste Person betritt den Tatort früh am Morgen, belegt die gesamte Holzfläche mit drei grossen Badetüchern, um dann ALLEINE auf der Holzinsel auf ihren Komplizen zu warten, um dann schliesslich den Rest des Tages ZU ZWEIT auf besagter Insel zu verbringen. Derweil muss unsereins mit einem Platz am Boden vorlieb nehmen, wo wir doch im Laufe des Sommers längst einen gewohnheitsrechtlichen Anspruch auf einen Platz auf dem Holz erworben haben. Vielleicht wäre das Vorgehen gegen die Handtuch-Mafia ein Sommerjob für unsere Gemeindepolizei. In Italien ist das Handtuchreservieren auf jeden Fall längst verboten und wird mit bis zu 1000 Euro bestraft.

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Auch das noch: Findige Arlesheimer Geschäftsleute haben den Reservierungswahn erkannt und verkaufen "Reservierungskissen".

Dörren II

13 Aug

Ein paar pikante Details zur Arlesheimer Dörrgeschichte gibt es noch nachzuliefern. Bei den Basilisken war gestern nämlich zu erfahren (hier und hier), was genau unter der nicht ganz optimalen Energiebilanz der Gemeinde-Dörranlage zu verstehen ist: Das Teil verbrauchte während den drei Betriebsmonaten pro Jahr jeweils so viel Strom wie 10 Einfamilienhäuser und verursachte einen Drittel der gesamten Stromkosten des Domplatzschulhauses. UND DAS WÄHREND VIERZIG JAHREN! NUR WEGEN EIN PAAR ÖPFELSCHNITZLI!

Ein Happy End gibt es, wie vermeldet, leider keines. Denn der Dörr-Reaktor wurde zwar stillgelegt. Die hoheitliche Stromverpuffung wurde nun aber den Privaten übertragen, indem sich jede und jeder mit Staatshilfe seinen Hausdörrer als Sinnbild für die Energie-Ineffizienz ins Haus stellen kann.

Arlesheimer Dörr-Offensive

11 Aug

Das gibt’s doch gar nicht. Da fährt man einmal etwas länger in die Ferien, und schon passieren in Arlesheim Dinge, die man sich nicht einmal in den kühnsten Träumen auszumalen getraut hätte: In der schönsten aller Birstaler Gemeinden nützte man die sommerliche Ruhe nämlich tatsächlich für eine fundamentale Umstrukturierung des kommunalen Aufgabenportfolios, mit der ein gewaltiger Ruck durch das Verwaltungsgefüge ging, der bis in die entlegensten Ferienorte zu vernehmen war.

Die Rede ist von der Aufhebung der gemeindeeigenen Dörranlage und der damit verbundenen Einstellung des staatlichen Wasserentzugs. Auch wenn der Weiterbetrieb der Anlage aus ökologischen Gründen schlicht nicht mehr zu verantworten war, ist dieser Entscheid doch ein Schlag ins Gesicht der zahllosen Selbstversorger und Besitzer von Hochstämmern in unserem stark rural geprägten Dorf. Der Grossteil der Landbevölkerung steht nun von der bangen Frage, wie sie die langen und harten Arlesheimer Winter ohne die getrockneten Vorräte aus den ertragreichen Sommermonaten überstehen soll.

Unser umsichtiger Gemeinderat war sich dieser Not der autark lebenden Arlesheimerinnen und Arlesheimer offensichtlich bewusst. Nur so ist zu erklären, dass er den Aufhebungs-Entscheid mit dem Angebot verbunden hat, ein staatlich subventioniertes Dörrgerät für den Heimgebrauch zu erwerben.

Im Klartext heisst das also, dass das Domplatz-Kollegium nun endlich den Gemeinschafts-Stromfresser stillgelegt hat, um stattdesen mit Steuergeldern jedem Privathaushalt zu ermöglichen, seinen eigenen kleinen Stromvergeuder anzuschaffen. Bravo!

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Hamsterkäufe nach Schliessungsentscheid: Dörrfrüchte in Arlesheim

Bloggen ist out

10 Aug

„Die Blogosphäre wird immer mehr zu Geisterstadt; wer jetzt noch bloggt, hat entweder Ausdauer oder Erfolg“, kommentierte die Sonntagszeitung irgendwann in den Sommerferien den Massenexodus weg von den Blogs und hin zu Twitter und Facebook. Von den rund 131 Millionen bei Technorati gelisteten Blogs ist gerade mal noch jeder Hunderste aktiv. UND DOMETOWN ARLESHEIM IST EINER DAVON! Die zugegeben etwas lange Sommerpause ist damit offiziell beendet.

PS: Und die Kommentarfunktion ist auch wieder eingeschaltet.