…eine leichte Erkältung, nichts Schlimmes. Früher hätte man in einer solchen Situation „Gesundheit“ gesagt. Heute heisst es, sogar schon bei den ganz Kleinen: „Könntest Du bitte in die Armbeuge niesen, sonst werden wir alle krank, haben wir im Fall im Kindsgi gelernt“. Ja, die Grippeprävention hat uns seit Wochen fest im Griff. Händedesinfektion auf der Gemeindeverwaltung nach der „Standard-Einreibemethode gem. EN 1500″, Vicks First Defence-Sprays beim Schneebi an der Kasse, Prophylaxe-Chügeli bei den homöopathischen Kollegen der Birseck-Apotheke, Händedruck-Verbot beim Kinderarzt, Sprechstunde bei der Mütter-Väter-Beratung nur noch auf Voranmeldung und geschlossene Hauptporte beim Gasverbund Mittelland (dort kommt man nur noch rein, wenn man sich für gesund deklariert).
Heute hat nun der Regierungsrat seinen Impfplan vorgestellt, der im November eine gestaffelte und freiwillige Massenimpfung in sechs Impfzentren vorsieht, wobei die Birsstädter in Reinach ihre Dosis erhalten werden. Danach wird das ganze Präventions-Theater ein Ende haben und wir dürfen uns wieder die Hände geben, ohne sie vorher mit Pinselreiniger übergossen zu haben.
Für Arlesheim wird sich die Zeit der Grippe-Hektik trotzdem gelohnt haben. Denn die Firma Weita, eine der ganz Grossen im Geschäft mit Hygieneartikeln und Desinfektionslösungen, hat hier ihren Sitz. Nach eigenen Angaben bekundet sie seit April dieses Jahres Mühe, die explodierende Nachfrage zu befriedigen. Die Konkurrenz von BODE ist übrigens nur ein paar hundert Meter weiter in Münchenstein zuhause. Damit darf der Wirtschaftsstandort Arlesheim-Münchenstein mit Fug und Recht den Titel desinfection-valley für sich in Anspruch nehmen.


LeserInnen meinen: