Herr Schmidt denkt in Varianten

16 Okt

Herr Schmidt ist Inhaber eines kleinen Unternehmens, sagen wir mal z.B. in Norddeutschland. Nichts besonderes, aber  immerhin ein hochprofitables und sehr innovatives Bijou in der Pharma-Zulieferbranche mit etwa 50 Mitarbeitenden. Dieser Herr Schmidt also liebäugelt schon lange mit einer Verlegung des Firmenstandortes und einer Annäherung an seine Hauptkunden in der Region Basel.

Anlässlich einer Kulturreise nach Südbaden stand auch ein Ausflug zum Arlesheimer Dom auf dem Programm. „Ganz schön hübsch hier“, dachte sich Herr Schmidt und notierte sich den Namen des Domdorfes auf seiner Ideenliste. Ganz nebenbei könnte er sich auch vorstellen, sein privates Domizil hier aufzuschlagen, auch im Hinblick auf einen steuergünstigen Lebensabend.

Zurück in Norddeutschland beschliesst er, sich mal über die Vorteile Arlesheims als Wirtschaftsstandort zu informieren und sich im Internet mit schönen Bildern und überzeugenden Botschaften berieseln zu lassen. Die Seite www.arlesheim.ch hat er schon mal gefunden, die Abteilung Wirtschaftsstandort auch, es kann also losgehen…

Soso, denkt Herr Schmidt bei der Durchsicht der dünnen Stichwortliste zu den Standortvorteilen: Man hat hier also einen Autobahnanschluss, einen Bahnhof, eine gute Wohnlage und ein paar Läden im Dorf. Nichts, was andere Gemeinden nicht auch hätten. Weiter unten liest er noch ein paar Zahlen zu Steuersätzen, die ihm aber nichts sagen, weil er nicht weiss, ob das nun viel oder wenig  ist. Auch die Links mögen ihn nicht wirklich zu begeistern, da er sich ja eigentlich über Arlesheim und nicht über das statistische Amt des Kantons Basel-Landschaft informieren möchte.

Herr Schmidt surft noch ein wenig weiter und beschliesst, sich in Muttenz zu melden. Das ist zwar nicht Arlesheim, aber auch ganz schmuck, und immerhin gibt es dort ja auch diese Arlesheimer Metzgerei, von der er schon gelesen hat. Vor allem aber gibt es dort eine Wirtschaftsförderung mit einem professionellen Web-Auftritt, einen Wirtschaftsrat und eine Broschüre. Zudem spricht dort der Chef der Gemeinde mit ihm, was ein Mann wie Schmidt eigentlich erwartet. Und noch ein Detail: In Muttenz hat man sich sogar überlegt, dass sich vielleicht auch mal jemand melden könnte, der nicht Deutsch spricht.

2 Antworten zu “Herr Schmidt denkt in Varianten”

  1. Glatze 16. Oktober 2009 um 11:10 #

    … also ich hab mich lange auf dem Muttenzer Webauftritt umgesehen. Aber einen Nähkurs habe ich keinen gefunden ;-)

  2. M.M. 16. Oktober 2009 um 14:54 #

    Gefällt das und auch der oben.

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