Der neue Schulratspräsident hat einen Beitrag zu den Schulratswahlen geschrieben und eine Wahlempfehlung abgegeben. Uiii, das ist per se schon mal ein ganz heisser Lauf, eine schier unlösbare Aufgab sogar. Denn: Der amtierende Präsident kann sich unmöglich gegen einen Kandidaten aussprechen, mit dem er dann in Zukunft vielleicht zusammenarbeiten muss. Deshalb ist in solchen Fällen präsidiale Zurückhaltung kein schlechter Rat. Trotzdem hat er es gewagt und mit einer extrem vorsichtigen Formulierung immerhin gezeigt, dass er sich auf dünnem Eis einigermassen bewegen kann.
Was er sagt:
Markus Eigenmann und Nathalie Miller Lanz sind engagierte und gleichwertige Kandidaten.
Was er auch noch sagt:
Miller Lanz ist die bessere Wahl, weil sie einen „Frischluft-Frauen-Sitz“ erben soll und Garantin für eine starke Konsenspolitik ist.
Was er nicht sagt:
Weder die Frischluft, noch die Frauen sind im Schulrat untervertreten. Bürgerliche Männer hingegen sehr wohl. Genauer gesagt wurde an den letzten Schulratswahlen gar kein bürgerlicher Mann gewählt. Und was den Konsens betrifft: Ein solcher entsteht in unserem politischen System nur, wenn alle massgebenden Kräfte an der Entscheidfindung beteiligt sind. So gesehen ist die Wahl von Markus Eigenmann die Voraussetzung für einen starken Konsens im Schulrat.

Herr Stuecki, das gefällt mir. Wahlkampf bis zum Schluss. Wählt jemand der Blogs liest, ausser Ihnen natürlich, nicht per Post ab?
Als Nichtjurist (ein solcher käme vielleicht zu anderen Schlüssen) scheint mir das ein heikles Unterfangen und politisch kaum korrekt zu sein. Als Präsident oder gewöhnliches Mitglied der FL wäre ein solches Statement zwar völlig legitim und auch angebracht gewesen. Als Präsident des Schulrates indessen hätte Herr Seelig ganz in den Ausstand treten müssen, ein Gebot von Fainess und Anstand. Werden ja sehen, ob das nicht noch zu einem Rohrkrepierer wird….
@Baresi: vielen Dank. Die innere Brisanz dieser Problematik übersteigt natürlich den eigentlichen Wahlkampf bei Weitem.