Archiv | Dezember, 2009

Abfallproblem auf 2010 vertagt

24 Dez

Die Situation um die Abfallentsorgung, die eigentlich per Anfang 2010 gelöst sein sollte, wird vom Gemeinderat nach wie vor als „offen“ bezeichnet. Wir dürfen also weiterhin gespannt sein, wer im neuen Jahr den Abfall einsammeln wird. Diese Unsicherheit bringt ein paar praktische Probleme mit sich. Zum Beispiel kann der offiziellee Abfallkalender erst in einer provisorischen Fassung erscheinen und die Angaben im kürzlich verteilten Ortskalender sind mit Vorsicht zu geniessen. Sodann müssen die betroffenen Abfallunternehmen ihre Jahresplanung in Bezug auf Personal und Material ebenfalls zurückhalten, bis sich die Gemeinde und der von ihr beauftragte Ingenieur endlich entschieden haben, wem sie jetzt den Zuschlag geben möchten. Und schliesslich wirkt sich die offene Abfallsituation auch ganz konkret unter dem Weihnachtsbaum aus. Denn der kleinste aller Stückis wünscht sich sehnlichst ein Mistkübelauto und ich sollte deshalb dringend wissen, welches Modell ich besorgen muss. Also, lieber Gemeinderat, ich wäre sehr dankbar für eine kleine Vorabinformation, um mein Weihnachtsproblem zu lösen. Ich werd’s auch ganz bestimmt nicht weitersagen….

Vogelsanger oder Saxer? Das Rennen ist nach wie vor nicht entschieden.

Dometown Arlesheim macht jetzt mal Pause bis nächstes Jahr und wünscht allen Leserinnen und Lesern schöne Festtage und ein gutes, glückliches neues Jahr. Ich danke herzlich für die rund 50’000 Besuche in den vergangenen zwölf Monaten, für die zahlreichen Kommentare, für die vielen positiven Reaktionen und für die wertvollen Tipps und Hinweise für Geschichten. Balz Stückelberger

Arlesheim hat ein neues Wahrzeichen!

17 Dez

Euses Baselbiet ist schön. Das wissen alle, die hier wohnen. Und für alle andern gibt es Baselland-Tourismus, ein privater Verein, der aufgrund einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton die Vorzüge und Schönheiten von Schönebuech bis Ammel – sorry, und Laufen – vermarktet. Soviel zur Einleitung.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor, sie würden bei Baselland Tourismus arbeiten und müssten die Rubrik „Erlebnisland Baselbiet“ betreuen. Nehmen wir weiter an, Sie wären gerade bei den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Arlesheim angelagt. An was würden Sie denken? Was lässt sich in dieser 9000-Seelengemeinde nachhaltig erfolgreich touristisch vermarkten ?

Dom?
Burgen?
Dorfkern?
Vielleicht Ermitage?

Weiiiiit daneben!  Das lockt doch längst keinen Schwanz mehr hinter dem Ofen hervor. Wirklich angesagt ist in Arlesheim gemäss den Baselbieter Marketing-Füchsen allein die „Erdgasentspannungsanlage“. Ob die Liestaler Tourismus-Experten auch empfehlen, statt von Domdorf neu von Erdgasentspannungsdorf zu sprechen, müsse noch geklärt werden.

Dieser vollständigen Aufzählung von Arleser Sehenswürdigkeiten ist nichts mehr beizufügen, ausser, dass eine Führung 300 Franken kostet.

Gebührenordnung reloaded

15 Dez

Vereine aufgepasst: Im Frühjahr hat Euch der Gemeinderat eine neue Verordnung für die Ausleihe von Gemeindemobiliar aufs Auge gedrückt. Dieses Wunderwerk der Gesetzgebungsgeschichte wollte Transparenz und gleiche Bedinungen für alle schaffen: Wer von der Gemeinde Mobiliar ausleiht, muss dafür bezahlen. Doch der Gemeinderat hebelte seine eigene Verordnung gleich selber wieder aus, in dem er sich die Kompetenz gab, eine sog. Willkürliste zu führen, also eine Liste von gebührenfreien Anlässen, die er nach Lust und Laune zusammenstellen konnte. Davon hat er auch Gebrauch gemacht und folgende Anlässe für nicht geührenpflichtig erklärt:

Fasnacht, Eierläse, Banntag, 1. August, Bettag, „dr schnällscht Arleser“, Seifenkistenrennen, Veranstaltungen der „Weltgruppe“, Cinema Paradiso der Frischluft, Trottebeizli FDP, Schwimmbadanlass der SP sowie der Gemüsemarkt. 

In der nachträglich durchgeführten Vernehmlassung hagelte es Kritik, was zur Einsetzung einer Arbeitsgruppe führte, die einige Punkte bereinigte. Das Resultat wurde nun vergangene Woche veröffentlicht. Hauptpunkt: Die Willkürliste wurde gestrichen. Damit ist klar und deutlich: Alle sind gleich, alle bezahlen.

Wobei: alle sind es dann doch wieder nicht, denn ein paar gebührenfreie Events konnten sich in die Verordnung hineinretten. So wurde zum Beispiel das Trottebeizli zu einem Anlass eines gemeindeeigenen Betriebes erklärt, der sowieso keine Gebühren entrichten muss. Wer also immer das Trottebeizli an einem Markt betreibt, darf sich über den Gebührenerlass freuen. Warum das so ist, braucht ja niemanden zu interessieren.

Neben diesen „Anlässen von gemeindeeigenen Betrieben“ gibt es auch „gemeindeeigene Anlässe“ wie der 1. August oder der Banntag, die auch nichts kosten. Leer gingen hingegen die übrigen Anlässe der Willkürliste aus, also Fasnacht, Seifenkistenrennen, Gemüsemarkt etc. Diese müssen also z.B. für einen Marktstand CHF 20.– brennen, wobei mich insbesondere beim Gemüsemarkt interessieren würde, ob und vom wem das tatsächlich bezahlt wird.

Anlässe, die aus der Willkürliste gekippt wurden, dürfen trotzdem hoffen: „Über Ausnahmen entscheidet der Leiter Raumplanung, Bau und Umwelt“, heisst es in der Verordnung. Pikant: Es wird mit keinem Wort gesagt, nach welchen Kriterien die Ausnahmen bewilligt werden, womit wir wieder bei der Willkürliste wären.

Und falls es auch mit der Ausnahme nicht klappen sollte, so kann man immer noch auf das Bruttoprinzip setzen, mit dem man im Jahr vor einem Anlass beim Gemeinderat einen Unterstützungsbeitrag beantragen kann.

Alles klar? Nein.

Auch ein hübsches Detail: Lions-Club und Säulizunft gelten gemäss Verordnung als „karitative Organisationen“. Jöööö.

Etwas Werbung

14 Dez

Dieses Weblog ist und bleibt werbefrei, mit einer ganz kleinen Ausnahme:

Wertezerfall in Gempen

12 Dez

Samstagmorgen – wir bewundern den neuen Busterminal in Arlesheim-Dornach. Die Kinder dürfen zur Feier des Tages wählen, wo es hingehen soll. Ich lese vor: Pfeffingen („Was kann man dort machen“?  - „Nichts„), Biel-Benken („Und dort?“ – „Auch nicht viel„), Muttenz („Gehen wir ins Hallenbad“ – „Nein„). Allschwil unterschlage ich. Schliesslich fahren wir nach Gempen, mit dem Postauto, in den Schnee und mit dem festen Versprechen, in der Dorfbeiz Pommes rot-weiss zu bestellen.

Fehlanzeige. In Gempen gibt es keine Beiz und keine Pommes, zumindest nicht am Samstag. In Gempen geht an einem Samstag sowieso gar nichts. Die einzigen Hinweise auf menschliches Leben vermuten wir im Dorfladen, der auch eine Post ist, oder umgekehrt. Dort verbringen wir die Stunde Wartezeit, bis der Bus wieder kommt. Die Kinder veranstalten Rennen mit den Einkaufswägeli und ich führe mir den Dorfanzeiger „Wir Gempner“, Ausgabe 182, zu Gemüt, und stelle fest: Gempen hat ein Problem.

Das Problem heisst: Wertezerfall. Zugegeben, nicht nur ein Gempner Problem, aber in Gempen scheint es besonders schlimm zu sein. So schlimm, dass sich der ehemalige Gemeindepräsident und Ehren-Gempner S. Marcionelli in einem zweiseitigen offenen Brief an die Mitgempner wenden muss. Er ist „entsetzt“ und „traurig„, spricht von einem „harten Schlag für das kulturelle Leben im Dorf„, wirft dem Gemeinderat vor, er mache „das Kulturleben der Gemeinde kaputt“ und empfindet das Gebaren des Gemeinderats als „harten Schlag unter die Gürtellinie„. Schliesslich bemüht er auch noch Cicero und stellt fest „o tempora, o mores“. Schlimm, schlimm. Doch um was geht es eigentlich?

In Gempen gibt es offenbar eine Theatergruppe, die in der Mehrzweckhalle jeweils Proben und einen Schwank Aufführungen veranstaltet. Dafür braucht sie eine Bühne, die einen Teil der Halle beansprucht. Nun, wie der Name schon sagt, eine Mehrzweckhalle dient mehreren Zwecken, unter anderem auch dem Turnverein. Und deshalb kann die Bühne nicht permanent stehen bleiben, sagt der Gemeinderat. Darin sieht die Theatergruppe den erwähnten „harten Schlag unter die Gürtellinie„, weshalb sie die Aufführung für 2009 abgesagt hat. Und nicht nur das. Auf der Theater-Website ist die Rede von einem ehemals schönen und aktiven Dorf, das dann aber leider in zwei Lager – Turner und Kreative - zerbrach, deren Anhänger nicht mehr miteinander reden. Und weil die Kreativen nun auch keinen Bock mehr haben, sich am Dorfleben zu beteiligen, würde Gempen immer grauer und grauer. Es wird ein Wegzug der Bürger vorausgesagt und ein Verfallen in den Winterschlaf. Nur ein Prinz könne das Dorf wieder wachküssen.

Den Wintschlaf haben wir heute zumindest schon mal gesehen. Der Rest ist wohl Theater.

Der Bus kommt II

12 Dez

Die Verkehrsdrehscheibe Arlesheim-Dornach ist betriebsbereit, und zwar pünktlich zum Fahrplanwechsel vom 13.12.2009. Der Kanton schreibt auf seiner Website zur Inbetriebnahme der neuen Drehscheibe: „Das Erscheinungsbild des Bahnhofs hat sich stark verändert“. Das ist nicht ganz falsch, wie die nachfolgende Gegenüberstellung des Busterminals in der vorher/nachher-Perspektive zeigt:

Finde die zehn Unterschiede: Busterminal alt....

...und neu

Der Bus kommt I

12 Dez

Die neue Verkehrsdrehscheibe bringt auch einen neuen Bus ins Domdorf: Die Linie 63, die bisher von Muttenz aufs Bruderholz fuhr, verkehrt nun zwischen Muttenz, Münchenstein und Arlesheim-Dornach. Das ist natürlich super. Aber was bringt das genau und wem? Zunächst dürfen sich natürlich die Muttenzer freuen, die mit dem neuen Bus ins wunderschöne Arlesheim fahren dürfen. Die Arleser profitieren aber auch: Mit der Haltestelle Altenmattweg erhalten die Wohnsiedlungen (Schappe, Seidentor, Im Tal) einen Busanschluss. Zu den Gewinnern zählt sicher auch das Forum Würth, das seinen Besuchern nicht mehr den komplizierten Fussmarsch durchs Gewerbegebiet erklären muss, sondern einfach auf die Haltestelle Schorenweg verweisen kann. Über diesen Bus-Stop erhalten übrigens endlich auch der Fussballplatz und die Tennisanlagen eine ÖV-Anbindung. Vor allem aber erschliesst der 63er ein Arbeitsplatzgebiet von kantonaler Bedeutung mit rund 1’500 Arbeitplätzen, das bisher mit dem öffentlichen Verkehr nicht erreichbar war (wer das genau lesen will: Im ÖV-Leistungsauftrag 2010-2013 wird das auf S. 12 noch illustriert). So können z.B. die Mistkübelmänner vom Vogelsanger mit dem Bus zur Arbeit kommen, falls sie denn überhaupt gebraucht werden. Aber dazu erfahren wir bestimmt bald mehr.

Ortskalender Arlesheim – Nuglar

9 Dez

Heute flatterte der Arlesheimer und Dornacher Ortskalender 2010 in alle Haushaltungen, der – trotz offizieller Aufmachung mit Ortswappen – ein nutzloser Werbekarton ist, der eigentlich niemandem etwas bringt, ausser dem Herausgeber. Ok, wenn sich damit ein Geschäft machen lässt, dann ist ja eigentlich nichts dagegen einzuwenden. Und scheinbar sind ja sogar einige Arleser Gewerbler der Ansicht, ein Inserat bringe sie weiter. Trotzdem: (weiterlesen…)