Also, dann wollen wir mal wieder. Vor dem Ausblick auf 2010 kommt aber noch ein kurzer Rückblick auf ein Ereignis im vergangenen Jahr; ein besonders schönes, für viele gar das wichtigste Ereignis des Jahres: Heiligabend. Und zwar im Dom. Da gab es am frühen Abend diesen Familiengottesdienst, mit Krippenspiel und Kinderchor und so. Der Dom war plätschvoll, wie jedes Jahr, mit Eltern, Grosseltern, Göttis und Gotten von Kindern, die als Hirten, Engel, Maria, Josef & Co. den weihnachtlichen Vorabend überaus stimmungsvoll gestalteten.
Und dann war da natürlich auch der katholische Pfarrer, der sich zwei Wochen zuvor noch als lustiger Feuerwehrauto-Täufer zeigte und während des Gottesdienstes auf dem Domplatz ganz locker einen Witz zum Besten gab. Wo bei ihm dann aber der Spass aufhört, zeigte er am Kindergottesdienst beim Abendmahl, als er laut und deutlich sprach: „Es sind alle eingeladen, die sich mit der Tradition der katholischen Kirche verbunden fühlen“.
So. Und bei diesem Satz haben offensichtlich alle ganz genau hingehört, wie die Diskussionen in den Tagen danach zeigten. Zugegeben, ich war es jeweils, der die Diskussion anzettelte. Aber alle, und zwar restlos alle, konnten den „Hier-drin-teilen-wir-nur-mit-Katholiken-Abendmahl-Disclaimer“ fehlerfrei aufsagen. Mir stiess der Satz reichlich komisch auf, auch wenn ich ja weiss, dass ich als nicht-Katholik im Dom gar nichts zu husten habe. Nicht, dass ich unbedingt an diesem Abendmahl hätte teilnehmen wollen, nein. Aber allein die Tatsache, dass ich ausdrücklich schon gar nicht eingeladen wäre, nahm viel von dieser feierlich-weihnachtlichen Stimmung. War dieser Satz wirklich nötig? Kann nicht jeder selber entscheiden, ob ihm die Teilnahme am Abendmahl etwas bedeutet? Und: Muss man im nächsten Jahr einen Mitgliederausweis vorweisen?
Nun bin ich ja nicht Dompfarrer. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es entspreche einer christlichen Lebensaufassung, auch mit Menschen zu teilen, die nicht exakt genau den selben Glauben leben. Und zudem bin ich ganz fest der Überzeugung, dass es angesichts der zahlreichen Konflikte, die auf unterschiedliche religiöse Auffassungen zurückgehen, im 21. Jahrhundert eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wenigstens an einem christlichen Kindergottesdienst einen Funken Ökumene durchblicken zu lassen.
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