Archiv | Januar, 2010

Kahlschlag

28 Jan

Was war das eigentlich für ein Lärm gestern Morgen? Antwort: Unsere Gemeinde mit dem Energiestadt-Label liess in der Ermitage ein paar Bäume fällen, die dann mit dem HELIKOPTER ausgeflogen wurden. Das gab natürlich zu Reden im Dorf. Warum Bäume fällen? Und warum um Himmelswillen per Helikopter?

Tja, in der Ermitage ist halt vieles ein bisschen anders als in einem normalen Waldstück. Denn die Ermitage ist ja auch gar kein normales Waldstück, sondern (weiterlesen…)

Wieviel Sicherheit auf Schulwegen?

24 Jan

Zunächst einmal eine kleine Bildbetrachtung. Wer oder was ist auf diesem Bild erkennbar?

Bildquelle: Wochenblatt

Der erste Gedanke: Sehr gut. Jetzt gibt es endlich einen Schranken-Wart am Tramübergang Birseckstrasse.
Leider falsch. Es ist Dr. Frank Braun, ein gewiefter Wahlkämpfer, der auch kein Problem damit hat, den Unfall eines Schulkindes im CVP-Wahlkampf zu verwerten und damit die Titelseite des Dorfanzeigers zu füllen. Kinder, Emotionen, Blut, Betroffenheit, böse Behörden: Das ist der Stoff, von dem der Politboulevard lebt. Neuerdings offenbar auch das Wochenblatt.

Und nun zu den Fakten. Der Tramübergang Baselstrasse/Birseckstrasse verfügt über ein gegenversetztes Geländer („Schikane“) sowie eine optische und akkustische Signalanlage, nicht aber über eine Schranke. Am 15. Januar 2010 ereignete sich ein Unfall zwischen (weiterlesen…)

TNW: Tagi-Tarif abgeschafft

21 Jan

Da schau her: „Auf Antrag des TNW wird national die schwierig nachvollziehbare Tarifregel abgeschafft, wonach Kleinkinder unter sechs Jahren in Gruppen (Kindergarten, Kinderkrippen) für die Fahrt zu bezahlen haben“, schreibt der TNW in einer Medienmitteilung.“

Wir erinnern uns: Im Sommer wurde dieser absurde Tagesheim-Tarif (mit der Oma fahren die Kinder gratis, mit der Tagi-Leiterin müssen sie bezahlen) auf diesem Blog heftig kritisiert. Sogar die Gratiszeitung hat die Geschichte abgeschrieben weiterrecherchiert. TNW-Chef Büttiker gestand ein, (weiterlesen…)

Abschaffung des Ständemehrs

18 Jan

Vorbemerkung: Es geht hier nur indirekt um Arlesheim. Der Beitrag erscheint deshalb auch auf dem neuen Politblog der FDP-Baselland.

Öises Baselbiet: Halbkanton, Vollkanton, wiedervereinigter Kanton, selbständiger Kanton oder sogar Teil eines Grosskantons Nordwestschweiz? Die Diskussionen sind nicht neu, werden aber seit ein paar Wochen wieder intensiver geführt. 

Vergangene Woche wurden dazu im Landrat zwei Vorstösse eingereicht, die in unterschiedliche Richtungen zielen: (weiterlesen…)

Der 9 Millionen-Deal

14 Jan

Heute ist ein ganz besonderer Tag für Arlesheim. Zwei Jahre haben unsere Dorfväter und -Mütter auf diesen Moment hingearbeitet; auf den Moment, wo die Landrätinnen und Landräte die „Festlegung der Sekundarschulkreise und der Sekundarschulstandorte“ verabschieden und damit Arlesheim als Dorf mit einer eigenen Sekundarschulanlage bestätigen. Arlesheim wird zwar neu (weiterlesen…)

Ein Karpfen-Schmaus für Arlesheim

8 Jan

Diese Woche in der BaZ: „Karpfenschwärme zerstören Ermitage-Damm„. Wie bitte? Karpfen! Das sind doch diese trägen, fetten Fische. Und die sollen nun einen ganzen Damm zerstören und damit die Flutung des Arleser Dorfkerns verursachen können? Ja, das ist offensichtlich so, weil (weiterlesen…)

Wenn fast alle eingeladen sind

6 Jan

Also, dann wollen wir mal wieder. Vor dem Ausblick auf 2010 kommt aber noch ein kurzer Rückblick auf ein Ereignis im vergangenen Jahr; ein besonders schönes, für viele gar das wichtigste Ereignis des Jahres: Heiligabend. Und zwar im Dom. Da gab es am frühen Abend diesen Familiengottesdienst, mit Krippenspiel und Kinderchor und so. Der Dom war plätschvoll, wie jedes Jahr, mit Eltern, Grosseltern, Göttis und Gotten von Kindern, die als Hirten, Engel, Maria, Josef & Co. den weihnachtlichen Vorabend überaus stimmungsvoll gestalteten.

Und dann war da natürlich auch der katholische Pfarrer, der sich zwei Wochen zuvor noch als lustiger Feuerwehrauto-Täufer zeigte und während des Gottesdienstes auf dem Domplatz ganz locker einen Witz zum Besten gab. Wo bei ihm dann aber der Spass aufhört, zeigte er am Kindergottesdienst beim Abendmahl, als er laut und deutlich sprach: „Es sind alle eingeladen, die sich mit der Tradition der katholischen Kirche verbunden fühlen“.

So. Und bei diesem Satz haben offensichtlich alle ganz genau hingehört, wie die Diskussionen in den Tagen danach zeigten. Zugegeben, ich war es jeweils, der die Diskussion anzettelte. Aber alle, und zwar restlos alle, konnten den „Hier-drin-teilen-wir-nur-mit-Katholiken-Abendmahl-Disclaimer“ fehlerfrei aufsagen. Mir stiess der Satz reichlich komisch auf, auch wenn ich ja weiss, dass ich als nicht-Katholik im Dom gar nichts zu husten habe. Nicht, dass ich unbedingt an diesem Abendmahl hätte teilnehmen wollen, nein. Aber allein die Tatsache, dass ich ausdrücklich schon gar nicht eingeladen wäre, nahm viel von dieser feierlich-weihnachtlichen Stimmung. War dieser Satz wirklich nötig? Kann nicht jeder selber entscheiden, ob ihm die Teilnahme am Abendmahl etwas bedeutet? Und: Muss man im nächsten Jahr einen Mitgliederausweis vorweisen?

Nun bin ich ja nicht Dompfarrer. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es entspreche einer christlichen Lebensaufassung, auch mit Menschen zu teilen, die nicht exakt genau den selben Glauben leben. Und zudem bin ich ganz fest der Überzeugung, dass es angesichts der zahlreichen Konflikte, die auf unterschiedliche religiöse Auffassungen zurückgehen, im 21. Jahrhundert eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wenigstens an einem christlichen Kindergottesdienst einen Funken Ökumene durchblicken zu lassen.