Heute ist ein ganz besonderer Tag für Arlesheim. Zwei Jahre haben unsere Dorfväter und -Mütter auf diesen Moment hingearbeitet; auf den Moment, wo die Landrätinnen und Landräte die „Festlegung der Sekundarschulkreise und der Sekundarschulstandorte“ verabschieden und damit Arlesheim als Dorf mit einer eigenen Sekundarschulanlage bestätigen. Arlesheim wird zwar neu den Status „Sekundarschulstandort“ mit Münchenstein teilen müssen und eine gemeinsame Schulleitung erhalten. Das Schulhaus und damit auch die Schülerinnen und Schüler bleiben aber weiterhin im Dorf. Ein Happy-End, das man noch vor zwei Jahren nicht erwartet hätte.
Rückblende: Der Regierungsrat schreibt in seiner “Strategie Sekundarschulstandorte Kanton Basel-Landschaft bis 2015″ vom Februar 2008, dass Arlesheim als Sekundarschulstandort ernthaft gefährdet sei, weil aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen die kantonalen Anforderungen an die Klassenbildung (mindestens 2 Klassen pro Leistungszug) nicht erfüllt werden können. Zudem sei die Schulhaus-Situation in Arlesheim ungenügend. Der Kanton verfügt in Arlesheim lediglich über das Gebäude Gerenmatte III mit sechs Klassenzimmern, die restlichen Räume müssen von der Gemeinde dazugemietet werden (im G II), was der Kanton gemäss Strategie nicht mehr will. Investitionen in Arlesheim schliesst der Kanton grundsätzlich aus:
„Die Alternative, einen Neubau nur für die Klassen aus Münchenstein zu realisieren und Arlesheim weiterhin als Standort beizubehalten, [...] ist aus Kostengründen abzulehnen. Der Kanton müsste bis zur Zusammenführung Investitionen in den neuen Standort und in die Schulgebäude in Arlesheim tätigen und dann nochmals, zwecks Erweiterung für die Zusammenführung, in den Standort Münchenstein investieren“.
Nun, es kam etwas anders. Die Sekundarschule bleibt in Arlesheim, der Kanton mietet weiterhin von der Gemeinde das Schulhaus GII. Das ist natürlich erfreulich. Aber während in Arlesheim die Korken knallen und man in Münchenstein nun hoffen muss, dass der Kanton wie versprochen ein Schulhaus baut und nicht nur ein paar Container hinstellt, interessiert doch noch kurz, wie es eigentlich zu dieser Kehrtwende kam.
Ganz einfach: Arlesheim hat erkannt, dass es bei dieser ganzen Sache letztlich vor allem um Geld geht. Trifft sich gut, wird man sich am Domplatz gesagt haben. Denn Arlesheim hat Geld, der Kanton hat es nicht. Also hat man bei der Bevölkerung mächtig auf die Tränendrüse gedrückt und eiligst eine 9-Millionen-Sanierung des Schulhauses GII durchgeboxt (formell ein Primarschulhaus in Gemeindebesitz, in dem aber die Sekundarschule des Kantons eingemietet ist), um den Kanton mit einem Prachts-Mietobjekt zu locken. Gleichzeitig (resp. unmittelbar vor der Gemeindeversammlung über die GII-Sanierung) hat man sich mit Münchenstein auf eine gemeinsame Sekundarschule an zwei Standorten verständigt.
Diesen Vorschlag konnte der Kanton gar nicht mehr zurückweisen, denn erstens ist seine Forderung nach einer Zusammenlegung der Sekundarschulstandorte Arlesheim und Münchenstein formell erfüllt, und zweitens spart er Baukosten, weil er – wenn überhaupt – in Münchenstein lediglich für die Münchensteiner bauen muss.
Alles super, alles gut. Nur, was nicht vergessen werden darf: Diese Lösung wurde nur möglich, weil Arlesheim den Trumpf der Schulhaus-Sanierung zog und auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko ein vom Kanton genutztes Gemeindschulhaus saniert. Oder anders gesagt: Der Preis für die Beibehaltung der Sekundarschule in Arlesheim beträgt 9 Millionen Franken. Ein Betrag, den sich unsere Gemeinde leisten kann und muss, vor allem, weil dies die einzige Möglichkeit ist, die Sek im Dorf zu behalten. Nur hätte man dies der Bevölkerung in dieser Deutlichkeit auch von Anfang sagen können, statt ewig zu beteuern, die GII-Sanierung habe rein gar nichts mit der Frage des Sekundarschulstandorts zu tun.

Ende gut – der Zweck heiligt die Mittel!