Anwohnerversammlung zum Asylzentrum: Die Show geht weiter

4 Mrz

Die Geschichte zur Anwohnerinformation über das Asylzentrum ist schnell erzählt: Rund vierzig Anwohnerinnen und Anwohner sassen den 12 Gemeinde-, Kantons- und Architektenvertretern gegenüber (die beiden internen und externen PR-Berater waren auch wieder aufmerksam dabei). Nur so zum Vergleich: Auf diesem Blog haben sich heute 987 Besucherinnen und Besucher für das Thema interessiert.

Es wurde plusminus die selbe Show geboten wie gestern vor den Medien, will heissen, dass z.B. der Leiter des Sozialamtes auch heute wieder den im Asylkontext etwas heikle Satz vom „Schwarzen Peter“ brachte, den die Gemeinde Arlesheim ganz bestimmt nicht ziehe mit diesem Projekt.

In der rund einstündigen Fragerunde wurde das breite Feld der zu erwartenden Fragen abgegrast. Es dominierte eine Grundbesorgnis, die so ein Projekt naturgemäss auslöst. Mehrere Votanten störten sich an der rosarot und himmelblauen Schilderung der Situation. Die in der Bevölkerung vorhandenen Ängste seien durchaus begründet und sollten von den Behörden nicht einfach als Hirngespinter abgetan, sondern ernst genommen werden.

Angesprochen auf die Erfahrungen mit dem früheren Asylheim holte Sozialhilfepräsidentin Lager zu romantischen Schilderungen von interkulturellen Mittagessen und Begegnungen mit Menschen aus Bangladesch aus. Dem widersprachen zwei Anwohnerinnen, die schon damals neben dem Asylheim wohnten, deutlich. Sie berichteten von Lärm, Nachtruhestörungen, herumliegenden Müll, Pöbelein, unangenehmen Begegnungen an der Birs und mehreren Polizeibesuchen pro Woche. Die Behörde habe dies einfach nicht mitbekommen.

Dann kam natürlich auch die Dorf/Tal-Problematik zur Sprache. Ein Anwohner wollte wissen, ob die Gemeinde denn überhaupt einen Plan für die Entwicklung des Tals habe.  Unsere Gemeindeväter mussten sich mit Allgemeinplätzen und Beispielen von Wegreparaturen am Birsufer behelfen.

Die Bonusfrage stellte dann aber Herr F., der mal ganz einfach wissen wollte, was denn in diesem Triple-Win-Projekt eigentlich der konkrete Nutzen für die Schappe sei. Diese Frage machte die zwölf Repräsentaten etwas sprachlos. Kalle rettete die Situation, in dem er schmunzelnd sagte, dass er leider keine Steuererleichterungen anbieten könne.

Beim anschliessenden Apéro herrschte dann die Meinung vor, dass man zwar nicht gegen das Projekt sei. Allerdings seien die vorhandenen Ängste und Befürchtungen durch diese Persil-Verkaufsshow kaum ausgeräumt worden.

Eine Antwort zu “Anwohnerversammlung zum Asylzentrum: Die Show geht weiter”

  1. glasnost 4. März 2010 um 13:22 #

    Herr Stückelberger, können Sie mir erklären, wie der Imam mit einer derart einfältigen Aussage die Situation retten konnte? Fanden das alle so bestechend und überzeugend, dass sie damit auch materiell befriedigt waren?

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