Gute Nachrichten für alle, die schampar Mühe haben mit den jüngsten Entwicklungen bei der BaZ und sich deshalb nach einer neuen Leseheimat umsehen: Im Baselbiet gibt es neuerdings eine Art “WoZ im A5-Format“. Deren Macher treten an, um die durch die gängigen Medien manipulierten Leserinnen und Leser vom Joch des gleichgeschalteten Massenjournalismus zu befreien. Und zwar radikal.
Im Editorial breiten sie ihr Manisfest aus: „Wir wollen Bereiche thematisieren, die in den gängigen Medien aus Interessenkonflikten (bewusst) übergangen oder vernachlässigt werden“. Später im Text erfahren wir, wie die grossen Medienhäuser dieser Welt durch ihre Art der Selektion und Verbreitung von News scheinbare Realitäten und Wahrheiten schaffen. In diesem Zusammenhang werden die Vorkommnisse vom 11. September 2001 in New York als „vermeindliche Anschläge“ und „global inszeniertes Medienspektakel“ bezeichnet. Selbstverständlich bekommen auch die Investoren noch ihr Fett ab, die nur eine „subtile Gleichschaltung des Denkens“ wollen und eine „noch nie dagewesene Manipulation der öffentlichen Meinung“ bewirken.
Und nun die Pointe: Wie heisst dieses Magazin?
a) “Widerstand Birs“- Zeitung der revolutionären Zelle Grellingen Ost
b) PROTEST- SchülerInnenzeitung „kritisches Forum Gym Münchenstein“
c) Express Birstal, Lokalanzeiger für Top-Angebote, Events und Immobilien
Die richtige Antwort lautet: C.
Erstaunt? Schon ein bisschen. Deshalb blättern wir etwas weiter im „Express“ und erhalten dann eindrücklich vor Augen geführt, was heute im kritischen Journalismus möglich ist und wie wohltuend unabhängig eine nicht beeinflusste Berichterstattung daherkommt. In einem unter die Haut gehenden Interview werden dem Betreiber des Sprisse-Centers (ein Anzeigekunde) die folgenden Fragen gestellt: „Worin liegt das Erfolgsgeheimnis der Sprisse?“, „mit der Sprisse-Lounge sprechen Sie aber nicht nur Privatkunden an?“ oder etwa: „Worin sehen Sie die grösste Herausforderung für die Zukunft“?.
Wer’s nicht glaubt, soll selber nachlesen. Den Express gibt’s online. Das Editorial ist jetzt schon kult.

Die „Zeitschrift“ bringt aber echt einen Mehrwert in die Presselandschaft
Müsste hier nicht Herr Kreis einschreiten, oder ist das zu weit hergeholt?
PS: Wir ja scheinbar auch vom Theater Basel unterstützt…
Habe das Editorial rasch gelesen. Du hast Recht – hat potenzial zum Kultigen.
Hoffentlich erfahren die Editoren nie, dass unseren Nationalbank ebenfalls eine AG ist und erst noch zu 38.43% private Aktionäre an der SNB beteiligt sind. Es wäre schade, wenn diese „Welt“ der Express-Editoren zusammen krachen würde.
Kultig ebenso die Formulierung zu „9/11″, den „vermeindlichen“ Anschlägen. Meinen die Editoren „vermeidlich“ oder wirklich „vermeinTlich“? Also „vermeintlich“ war da bei den Twin-Towers in NYC nun wirklich nichts…
Die Editoren schaffen es aber, in knappen Worten die drängensten Probleme der Menschheit zu umschreiben und bieten eine Plattform für deren Lösung an.