Bundeshilfe für Arlesheim

19 Jan

Es ist wieder einmal Zeit, an den Ursprung meiner politischen Tätigkeit und dieses Blogs zurückzukehren. Denn da tut sich gerade einiges. Beim Nähkurs für Erwachsene, der Arlesheimer Antithese zum Subsidiaritätsprinzip, der keiner Aufgabenüberprüfung standhalten würde.

Dem Budget 2012 entnehmen wir, dass beim Nähkurs das Schulgeld um 20% erhöht wird. Man beachte die Wortwahl: SCHULGELD! Man muss dazu wissen, dass der Nähkurs in Arlesheim unter ”Erwachsenenbildung” läuft, mehr noch: Er IST die Erwachsenenbildung in Arlesheim.

Und um die stark subventionierten Näherinnen vom Nadel-Scheren-Aufstand abzuhalten, macht man ihnen ein kleines Geschenk, das ebenfalls im Budget 2012 aufgeführt ist: Arlesheim leistet sich zwei neue Nähmaschinen, für 4’000 Franken.

Gut, kann man sagen, es ist ja jeder Gemeinde selbst überlassen, wie sie mit ihrem Steuergeld umgeht. Aber die Geschichte geht eben noch etwas weiter. Den Budget-Erläuterungen ist ebenfalls zu entnehmen, dass sich der Bund mit 25% an den Anschaffungskosten der neuen Nähmaschinen beteiligt.

Und spätestens hier nimmt die Sache eine andere Dimension an.

Wenn beim Bund ein Kässeli geführt wird, das der Gemeinde Arlesheim bei der Beschaffung von Nähmaschinen für das hoheitliche Nähen hilft, dann gehört dieses Kässeli umgehend abgeschafft.

6 Antworten zu “Bundeshilfe für Arlesheim”

  1. Birkenmeier Sascha 19. Januar 2012 um 14:20 #

    Einfach krass und unbedingt zu stoppen! Schön, bringst Du solche Misstände zur Sprache. Gehörst wahrscheinlich auch nicht gerade zur Zielgruppe dieser Erwachsenenbildung… ;-)

  2. Baresi 19. Januar 2012 um 14:47 #

    Falls ich jetzt drei Screeshots hätte, die unterstellen, dass die Arlesheimer Näherin Aktien der berücksichtigten Nähmaschinenmarke hat, dürfte ich dann damit zu Ihnen kommen, Herr Stücki? Sie sind doch Anwalt? ;)

  3. Berger Henry 20. Januar 2012 um 17:03 #

    Also wenn ich das Budget richtig “lese” – lass mich gern korrigieren – handelt es sich um Nähmaschinen an der Primarschule. Werden die nicht auch für den ganz normalen, obligatorischen Werkunterricht benutzt?

    Ich persönlich finde z.B. die kommunalen Ausgaben für SBB-Tageskarten viel “schlimmer”. Ist es wirklich die Aufgabe einer Gemeinde, Ihren Einwohnern verbilligte SBB-Reisen zu ermöglichen?

  4. Balz Stückelberger 21. Januar 2012 um 14:31 #

    Die Gemeinde kauft ganz viele Nähmaschinen: Unter Konto 210.311 sind vier – von Ihnen erwähnten – Maschinen für die Schule budgetiert. Dann gibt es aber noch das Konto 292.311 (übriges Bildungswesen, Erwachsenenbildung), wo dann eben die Nähkursmaschinen kommten, die in den heiligen Hallen des Nährkures stehen. Dazu gibt es in den Erläuteungen auch einen Kommentar betr. Bundeshilfe.

  5. Karl Linder 25. Januar 2012 um 10:04 #

    Dazu gerade bei ALDI gesehen (Aldi Suisse)
    http://www.aldi-suisse.ch/ch/html/offers/angebote_23_01_2012_DEU_HTML.htm

    Eine SINGER Nähmaschine für schlappe 149.-! Mit dem Budget könnte man also einige dieser Dinger bestellen. Aber das interessiert eine Administration in der Regel ja nicht, weil ja dann der Kollege vom Freund der Tochter nicht zum Geschäft kommt…

  6. Nikolaus 25. Januar 2012 um 21:01 #

    Wo wir schon beim Kollegen vom Freund der Tochter sind, für 4000 Franken könnte man auch einen tollen Fotokurs für Erwachsene ins Leben rufen :-) Das wäre fast genauso sinnlos wie das Nähen…

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