Es ist ja nichts Neues: Wenn das Domdorf etwas baut oder kauft, dann bitteschön gleich richtig. Man braucht dazu nur einen Blick auf das neue Schulhaus, den neuen Werkhof oder auch die neuen Sitzgelegenheiten zu werfen, die rund drei mal teurer sind als in einer 08/15-Gemeinde.
In Arlesheim ist einfach alles teurer. Aktuelles Beispiel: Die Sozialhilfe.
Der Vergleich der Sozialhilfe-Kennzahlen (vgl. bz-Printausgabe vom 24.1.2012) verschiedener Gemeinden aus der Region zeigt, dass Arlesheim bei den Personalkosten pro Fall an der Spitze liegt mit 2’673 Franken. Zum Vergleich: Die Reinacher schaffen es mit 1’484 Franken pro Fall.
Natürlich wird man jetzt einwenden, dass im grösseren Reinach die Skalenefekte spielen. Mag sein. Aber wenn dem so ist, dann ist es auch nur logisch und sogar dringend notwendig, die Sozialhilfe mit Reinach zusammenzulegen. Oder gleich mit der ganzen Birsstadt.
Ein anderer Vegleichswert ist die Anzahl Fälle pro Mitarbeiter der Sozialhilfe. Dazu gibt es gemäss “Good Practice”-Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe sogenannte Erfahrungswerte: 80-100 Fälle pro Mitarbeiter gelten als angemessen. In Basel sind es derzeit 130-140 Fälle. In Allschwil sind es gemäss Gemeinden-Benchmark 51 Fälle.
Und in Arlesheim sind es 23 Fälle pro Mitarbeiter.
Nun kommt auch hier der Einwand, dass man diese Zahlen nicht einfach so vergleichen kann, weil die Sozialhilfebehörden der verschiedenen Gemeinden unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen und z.B. auch ein Case Management betreiben oder vormundschaftliche Aufgaben übernehmen. Auch das mag sein. Aber so gross kann der Unterschied trotzdem nicht sein.
Es bleibt aufgrund dieser Zahlen der Eindruck, dass die Sozialhilfe in Arlesheim overstaffed ist nicht gerade über knappe personelle Resourcen verfügt. Und das wird offenbar nicht hinterfragt, sondern soll auch so bleiben: Arlesheim sucht einen Sozialarbeiter.
Das leistet man sich halt eben. Im Domdorf.

LeserInnen meinen: