GSR-Neubau: Der Widerstand formiert sich

13 Jun

Die Gemeindeversammlung von kommender Woche gibt hinter den Kulissen bereits ziemlich zu reden.

Zum Beispiel beim Traktandum über das Baurecht auf der Gerenmatte. Dort will der Gemeinderat der Gehörlosen- und Sprachheilschule Riehen GSR die Möglichkeit bieten, ein neues Schulgebäude zu bauen.

Das Projekt macht nicht nur für die GSR Sinn, die dadurch ihre gesamten Aktivitäten am Standort Arlesheim zusammenlegen kann (die Schule dürfte danach also GSA heissen). Auch aus Sicht der Gemeinde Arlesheim ist das Projekt interessant, weil die Gerenmatte dadurch zu einem Schulcampus wird, auf dem neben der Regelschule auch Sonder- und Förderschule angesiedelt sind, wodurch sich für beide Seiten interessante Synergien ergeben.

Natürlich wirft ein solches Projekt auch Fragen auf. Ein anonymes Komitee hat diese zusammengestellt und per Flugblatt verteilt. Die Hauptforderung ist klar: “Keine neue kantonale Schule auf der Gerenmatt”. Der Gemeinderat unterschätze die Dimension der neuen Schule, des zusätzlichen Verkehrs und der Belastung des Gerenmattareals durch die GSR-Schüler. Zudem gehe eine Grünfläche und eine Spielplatz verloren und überhaupt: Die GSR soll doch am Stollenrain bauen, wo sie ja bei der Wielandschule ein eigenes Grundstück habe.

Nun, die Argumente sind schnell widerlegt. So kommt z.B. die Umzonung für ein grosses Schulgebäude am Stollenrain – mitten in einem Wohngebiet – nicht in Frage. Auch verbleibt der Gemeinde auf der Gerenmatte noch genügend Reserve für zukünftige Schulbauprojekte (die aber womöglich gar nicht nötig werden, weil der GSR-Neubau für die Gemeinde die Option bringt, ein Stockwerk für zusätzlichen Schulraum zu erwerben). Auch Grünflächen hat es auf der Gerenmatte noch genug, wenn man die Wiese unterhalb der Zirkuswiese mit einrechnet. Und ein Realersatz für einen Spielplatz ist auch kein Problem.

Aber auch wenn sich der Gemeinderat noch so ins Zeug legen wird, um die Vorzüge des Projekts herauszustreichen: Eines der Hauptargumente für den Neubau kann er nicht bringen oder nur vage antönen, weil es noch nicht spruchreif ist. In den Erläuterungen zur Gemeindeversammlung wird es aber trotzdem zumindest angeschnitten:  “Für das ganze Gebiet Stollenrain ist im März 2012 eine Testplanung angelaufen. Das Gebeit der heutigen Wielandschule soll in Zukunft, wenn möglich, wieder für Wohnraum genutzt werden können”.

Sprich: Die Gemeinde hat ein Interesse, dass die Wielandschule den Stollenrain verlässt, weil dann die Planungsoptionen für das ganze Gebiet Stollenrain bis hoch zum ehemaligen Wochenblatt vielfältiger werden. Und wer sich etwas mit dieser Testplanung auseinandergesetzt hat, der weiss, dass dieses Gebiet einiges an strategischem Entwickungspotential für unser Dorf beinhaltet.

Deshalb: Das Baurecht für die GSR macht nicht nur Sinn, sondern ist auch ein Bestandteil der stategisch-raumplanerischen Gesamtplanung der Gemeinde. Es wäre deshalb zu bedauern, wenn dieses Projekt wegen einzelner, diffuser Bedenken und auf Grund von Partikularinteressen (“lasst unseren Spielplatz sein!”) abgeschossen würde.

Genau das ist aber nicht ausgeschlossen. Denn eine Gemeindeversammlung eignet sich bei entsprechender Mobiliserung bekanntlich bestens für die Ausübung der Betroffenheitsdemokratie.

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