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Gestresste Mütter im Schwimmbad

31 Mai

Schwimmbad 2012 – das ist im Wesentlichen eine Fortsetzung der Ausgabe 2011: Bademeister, Tarife, Anlagen – alles gleich wie im letzten Jahr. Vereinzelt sind kleine Veränderungen festzustellen, wie zum Beispiel der neue, rutschsichere Belag auf dem Steg über das Kinderbecken.

Auch das Restaurant wird von der 2011er Crew geführt. Dort gibt es jetzt übrigens unter der Woche das Tagesmenu all incl. für faire 16.90.

Und dann wartet das Schwimmbadrestaurant noch mit einer Neurung auf: Massagen. Hinter einem Vorhang neben dem Glacestand. In allen Variationen.

Das ist ja super. Trotzdem zwei Fragen dazu:

1. Darf man sich eigentlich auch auf den Schragen legen, wenn man weder Musiker, noch Informatiker und schon gar nicht eine gestresste Mutter ist? 

2. Und: Wenn Nacken, Kopf, Rücken, Fuss und Bein zum Standardangebot gehören: Welche “anderen Massagen” sind denn auf Anfrage auch noch erhältlich?

Ganz schön auf die Zielgruppen fokussiert: Massagen im Schwimmbad für Musiker, Informatiker und gestresste Mütter. er.

Arleser Cabarettli

12 Feb

 

Arleser Cabarettli 2012. Eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle, die sich für das Dorfleben interessieren und erst recht für jene, die für irgendetwas kandidieren und sowieso für alle, die einfach mit ihrer Anwesenheit den Machern einer lokalen Vorfasnachtveranstaltung Respekt und Anerkennung zeigen wollen. Gestern war es wieder soweit. Wie immer mit der Ouvertüre durch Pete Cool, diesmal als “Alt Billetör Lungo Bacho” und zusammen mit den “Gerematte-Schleger” der Musigschuel. Er macht die Tramentgleisung in Münchenstein zum Thema:

“Was meint ihr- macht bei uns der Kluge?
Genau: Der Kluge reist im Zuge!
Und manchmal reist er auch im Trame!
Nur: z’Münggeschtei entleist’s halt ame
Solch ein Ereignis macht noch kluger
die hübsche Frau vum Beat Pfluger:
Dr Wagefierer suecht in nöggschter Nöchi
d’Begegnig mit ere uff Augehöchi
Är ratteret diräggt vor d’Kuchischiibe
und schtoppt denn dört und säit: “Do will i bliibe”!
Henu, so wüsse-mer’s jetzt nämli
wurum’s nümm fahrt, das cheibe Drämmli
Ä Chauffeur, wo sich fokussiert uf d’ Fraue,
cha schnäll emol e-n- Unfall baue!”

Im Rahmestüggli macht sich die neu gewählte “Frau Gmeinirötene” Huldi der “Weisch-no-früener-Partei” mit ihrem Mann Luuudi hinter die Gemeinderats-Akten im Gemeindehaus. Dabei geht es u.a. um die Prüfung eines Antrags der Frischluft für ein neues Kommunalfahrzeug, das Brotresten einsammelt, um dann für die Dezember-Gemeindeversammlung nachhaltige Grätimannen backen zu können. Oder die GLP, die ein Buch für die Gemeindebibliothek kaufen will: “Der Mann, das unbekannte Wesen”, eine Anspielung auf die Gemeinderatskandidatur der GLP.

Dr Helgeloss widmet dem neuen Saal gleich mehrere Verse, wobei hier noch zu erwähnen ist, dass der Saal mit 600 Plätzen heute Abend – vorsichtig gesagt – nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht gewesen wäre:

“Was meine Sie, wie mir das guet duet gfalle?
Me redt jetz wieder vo nere neue Halle.
Dass es vorwärts goht, das stimmt au mi so froh,
jetz hoffi s’isch de nach de Wahle au no so”.

Im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen meint dr Helgelos:

“Im Grund gnoh ischs mir völlig schnorz,
ob me mit Proport wählt, oder mit Majorz,
doch mit Majorz, do duets mir jetze schyne,
i dänk es chömme öbbe fünf neui yne.

Eine der Neuen fühlt sich schon so gut wie drin – Anet Spengler hat auf jeden Fall schon mal ganz selbstverständlch am Gemeinderatstisch Platz genommen, während andere etwas wehmütig feststellten, dass sie vielleicht zum letzten mal dort sitzen. Dr Helgeloos baute auch noch ein paar wohlgewählte Insider ein, z.B. die Bemerkung, dass er jetzt noch “in eigener Regie” etwas zum weiteren Fasnachtsprogramm sagen möchte – ein feiner Verweis auf den Wochenblatt-Artikel von Gemeinderat Martin Kohler, mit dem er kürzlich verkündete, halb Arlesheim alleine gebaut zu haben, was bei Verwaltung und Parteien für schmunzelndes Augenrollen sorgte.

Das Publikum war zufrieden mit der Cabarettli-Ausgabe 2012. Das Programm wurde als vielfältig und kurzweilig beurteilt (Bängg, Cliquen, Gugge, Rahmestüggli), auf einem durchgehend hohen Niveau, aber ohne den ganz grossen Abräumer, dafür auch ohne Ausreisser nach unten. Das Applausometer schlug beim Billetör Longus Bachus, beim Heimweharleser Dissy und natürlich bei den Eremitage-Schränzern am höchsten aus.

Und hier noch für die Agenda:

Nach dem Kinderumzug vom kommenden Freitag, 17.2.2012 gibt es im Neuen Theater am Bahnhof im Exil am Stollenrain eine Fasnachtsveranstaltung mit Bängg und Cliquen etc.

Und am 2.2.2013 trifft man sich wieder in der Domplatzturnhalle. Da geht man hin.

Unser Saal kommt – aber nicht als Wahlkampfthema

31 Jan

Der Kultursaal ist in Arlesheim ein heisses Thema und damit Chefsache. Deshalb war es auch Gemeindepreesi Kalle Zeller, der gestern Abend den Arlesheimer Vereinen die Strategie des Gemeinderates für die Befriedigung ihres Raumbedarfs präsentierte.

Die Eckpunkte: Das Projekt eines Mehrzweckgebäudes am Domplatz wird nicht mehr weiterverfolgt. Stattdessen konzentriert man sich auf einen Saal: “Unser Saal”, der entweder am Stollenrain (ex. Wochenblatt) oder an der Ermitagestrasse 2 (alte Post) zu stehen kommen soll, wobei die Variante Stollenrain klar im Vorteil ist, weil dort die Verkehrsanbindung, die Einbindung in weitere Planungsprojekte sowie die Begleitnutzung mit Wohnungen und Geschäften besser ist. 

“Unser Saal” soll bei Konzertbestuhlung bis zu 600 Personen aufnehmen können. Und kosten soll das Projekt rund sechs Millionen Franken.

Für diese Strategie geht zunächst einmal der Daumen hoch. Die Standorte sind schlau gewählt und die Dimension erscheint vernünftig. Und vor allem macht die Abkehr vom Mehrzweckbau Sinn, weil – wie frühere Projekte gezeigt haben – die eierlegende Wollmilchsau einfach nicht gezüchtet werden kann.

Wobei: Mehr als eine vage Absichtserklärung ist das nicht, was da gestern präsentiert wurde. Von einer konkreten Planung ist man noch weit entfernt und auch die fraglichen Grundstücke gehören noch nicht der Gemeinde. Zudem fehlt ein Gesamtkonzept, das aufzeigt, wie der Gemeinderat diejenigen Bedürfnisse der Vereine und der Schulen, die nicht in “unserem Saal” Platz haben, realisieren und vor allem finanzieren will. Insofern können auch die sechs Millionen noch nicht kommentiert werden.

Bleibt also die Frage, weshalb der Gemeinderat diese noch sehr allgemein gehaltenen Ideen so breit und vor allem schon jetzt kommuniziert, ist man doch vom Domplatz eher gewohnt, dass er Projekte erst dann präsentiert, wenn sie bereits den Umsetzungsstatus erreicht haben oder schon reif sind für die Gemeindeversammlung.

Eine Erklärung ist sicher, dass man ein solches Projekt nicht im Geheimen aushandeln kann. Zudem will man sich auf keinen Fall die Finger verbrennen und setzt deshalb auf eine frühzeitige und zielgruppengerechte Kommunikation.  

Zur guten Kommunikation gehört übrigens auch der Titel: “Unser Saal”. Damit wird klargestellt, dass da nicht der Saal der IGVA geplant wird, die – flankiert von der CVP – eine sehr pointierte und nicht überall goutierte Anspruchshaltung an den Tag gelegt hat. “Unser Saal”, das ist zunächst der Saal resp. das Projekt des Gemeinderats, den oder das man – so wird suggeriert – nicht auf Druck einiger Vereine, sondern aus eigenem Antrieb vorantreibt (wobei man da noch darauf hinweisen muss, dass mindestens drei der heute sieben Mitglieder nach den Wahlen nicht mehr zum “unser”-Kollektiv gehören werden). “Unser Saal” ist aber vor allem auch der Saal für ALLE Arlesheimerinnen und Arlesheimer, auch derjenigen, die nicht so laut bellen.

Und dann gibt es noch einen weiteren Aspekt: Der Zeitpunkt für die Bekanntgabe der Strategie zu einem derart heissen Eisen erfolgt nicht zufällig, schon gar nicht so kurz vor den Gemeindewahlen.  Fakt ist, dass der Gemeindepräsident gestern Abend den Kultursaal als Wahlkampfthema kurzerhand neutralisiert hat. Das dürfte vor allem die CVP ärgern, die in ihrem Wahlkampf voll auf die Vereinssaal-Karte setzt. Nun gibt es aber seit heute nichts mehr zu fordern und das im Raum stehende Projekt ist noch so vage, dass es weder hochgejubelt noch abgeschossen werden kann.

Hallen-baden extrem

2 Jan

Und weiter geht es in der Hallenbad-Debatte mit der Feststellung, dass man als Gemeinde kein eigenes Bad braucht, um sinnlos Geld ins Wasser zu werfen.

Nachdem wir nun wissen, dass Baden in der Halle offenbar ein Menschenrecht ist, verstehen wir auch die Budgetposten 210.302 und 210.318 des Arlesheimer Voranschlages für 2012. Unter diesen Postitionen wird nämlich eine Badeaufsicht im Hallenbad Dornach für 20’000 und ein Bustransport ins Hallenbad Dornach für 25’000 aufgeführt.

Und darum geht es: Arlesheim leistet sich doch tatsächlich den Luxus, die Primarschüler ab der dritten Klasse im Winter regelmässig mit dem Car nach Dornach fahren zu lassen. Es handelt sich dabei um eine Strecke von exakt 2.3 Kilometern.

Eine solche Schwimmlektion dauert netto (also abzüglich Fahrt- und Umkleidezeit) rund 30 Minuten. Dass in dieser Zeit eine Lehrperson kaum einer ganzen Klasse ernsthaft Schwimmunterricht erteilen kann, leuchtet ein. Und so wird denn auch übereinstimmend berichtet, dass diese Lektionen in der Regel aus etwas Planschen, Spass und Spiel und vielleicht noch zwei Längen Schwimmen bestehen – und das für 45’000 Franken pro Jahr, wobei die Hallenmiete resp. die Eintritte noch nicht eingerechnet sind resp. nicht publiziert werden.

Gewiss, Arlesheim kann sich das leisten. Gemessen an der Sinnlosigkeit dieser Ausgaben gibt aber auch dieser verhältnismässig kleine Betrag ernsthaft zu denken.

Interessant und geradezu absurd ist übrigens, dass viele Schulkassen im Winter wesentlich häufiger zum Schwimmunterricht fahren als im Sommer, wo das gemeindeeigene Schwimmbad direkt vor der Schulhaustüre liegt.

Ceterum censeo: Baden findet im Sommer statt.

Kaum zu glauben: Dieser Car wartet auf Arleser Primarschüler, die zum 2.3 Km entfernten Hallenbad in Dornach chauffiert werden

Gold!

24 Nov

Mit den Adventsdekorationen ist es etwas wie mit den Wahlplakaten: Einer ist immer der erste, und der fällt auf. In Arlesheim sind das in dieser Vorweihnachtssaison die Goldkugeln vor dem Adler, die schon seit zwei Wochen glänzen und ab 24.11. dann auch beleuchtet sein werden.

Wobei: Wer weiss, vielleicht ist das auch gar kein Weihnachtsschmuck, sondern nur ein diskreter Hinweis darauf, dass Weiterlesen

Zu empfehlen: Empfehlbar

11 Sep

Du weisst, dass Du zuviel mit Wahlkampf beschäftigt bist, wenn Du nicht einmal merkst, wenn in Deiner Nachbarschaft ein neuer Gastrobetrieb eröffnet…

Deshalb hier für alle, die es noch nicht gemerkt haben: Im Gewerbegebiet im Tal (gleich neben dem Vogelsanger) wurde eine gastronomische Versorgungslücke gefüllt: Empfehlbar heisst der Betrieb, der eigentlich ein Caterer ist, über Mittag aber auch frische Menus zu fairen Preisen anbietet (übrigens mit Sitzplätzen drinnen und draussen).

Hier is(s)t man, egal im Übergwändli oder im Anzug. Sehr zu empfehlen.

Und wenn man weiss, wer hinter diesem Projekt steht, dann darf man auf weitere Überraschungen gespannt sein.

Hier geht’s zum Mittags-Menuplan

Arlesheim kostet eine Million

16 Aug

Arlesheim hat seinen Preis, das ist nichts Neues. Aber dank einer heute in der BaZ erwähnten Studie der Credit Suisse können wir diesen nun auch beziffern. 

Arlesheim kostet z.B. im Vergleich zu Dornach für eine Familie mit Eigenheim pro Jahr rund 20’000 Franken, d.h. die Familie südlich der Coop-Tankstelle hat Ende Jahr 20’000 mehr zur Verfügung als die Familie an Nordende der Tankstelle.

Im Vergleich zu Liesberg macht der Unterschied sogar 37’000 Franken aus.

Das ist über 30 Jahre gerechnet mehr als eine Million!

Nun haben wir also die Wahl: Ab nach Liesberg und Millionär werden, oder halt eben in Arlesheim bleiben und die Schön- und Annehmlichkeiten dieses Dorfes geniessen.

Ich habe entschieden: Arlesheim ist eine Million wert.

Wegzoll im Schwimmbad

12 Jul

Hier kommt – wie immer zur Ferienzeit – eine Schwimmbi-Geschichte, bei der ich einleitend klarstellen muss, dass sie wahr ist.

Folgende Situation: Wie jedes Jahr veranstaltet die SLRG Birseck in den Sommerferien ihre Schwimmkurse für Kinder. Das Angebot ist sehr beliebt, gut besucht und auch preislich sehr ok: Zwei Wochen Unterricht (täglich 45 Minuten) kosten 100 Franken pro Kind (exkl. Eintritt).

Und jetzt kommt’s: Nehmen wir mal an, man bringt sein Kind zum Kurs und möchte sicher sein, dass dieses seine Kursleiterin auch wirklich findet. Dann muss man kurz ins Schwimmbad hinein. Und das kostet 5 Franken, auch wenn man ohne Badekleidung unterwegs ist. Naja, mag man sagen.

Geht man dann aber wieder raus, um z.B. eine Besorgung zu erledigen und holt das Kind 45 Minuten später wieder ab, indem man kurz ins Bad geht, weil man dem Kind beim Anziehen helfen will: KOSTET DAS WIEDER 5 FRANKEN EINTRITT.

Macht also 10 Franken nur für’s Holen und Bringen oder 100 Franken bei 10 Kurstagen, gleich viel wie der Kurs selber und damit deutlich über der Wuchergrenze.

(Ja, ich weiss, in der Regel bleibt man ja selber gleich im Schwimmbad und hat auch ein Abonnement, aber der Fall hat sich heute so abgespielt bei einer Grosmutter, die ihre Grosskinder bringen wollte und ziemlich verdutzt war, als man ihr an der Kasse den Tarif durchgab. Die Nachfrage bei der Badeaufsicht hat bestätigt: Doch, das ist so.)

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