
Arleser Cabarettli 2012. Eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle, die sich für das Dorfleben interessieren und erst recht für jene, die für irgendetwas kandidieren und sowieso für alle, die einfach mit ihrer Anwesenheit den Machern einer lokalen Vorfasnachtveranstaltung Respekt und Anerkennung zeigen wollen. Gestern war es wieder soweit. Wie immer mit der Ouvertüre durch Pete Cool, diesmal als “Alt Billetör Lungo Bacho” und zusammen mit den “Gerematte-Schleger” der Musigschuel. Er macht die Tramentgleisung in Münchenstein zum Thema:
“Was meint ihr- macht bei uns der Kluge?
Genau: Der Kluge reist im Zuge!
Und manchmal reist er auch im Trame!
Nur: z’Münggeschtei entleist’s halt ame
Solch ein Ereignis macht noch kluger
die hübsche Frau vum Beat Pfluger:
Dr Wagefierer suecht in nöggschter Nöchi
d’Begegnig mit ere uff Augehöchi
Är ratteret diräggt vor d’Kuchischiibe
und schtoppt denn dört und säit: “Do will i bliibe”!
Henu, so wüsse-mer’s jetzt nämli
wurum’s nümm fahrt, das cheibe Drämmli
Ä Chauffeur, wo sich fokussiert uf d’ Fraue,
cha schnäll emol e-n- Unfall baue!”
Im Rahmestüggli macht sich die neu gewählte ”Frau Gmeinirötene” Huldi der “Weisch-no-früener-Partei” mit ihrem Mann Luuudi hinter die Gemeinderats-Akten im Gemeindehaus. Dabei geht es u.a. um die Prüfung eines Antrags der Frischluft für ein neues Kommunalfahrzeug, das Brotresten einsammelt, um dann für die Dezember-Gemeindeversammlung nachhaltige Grätimannen backen zu können. Oder die GLP, die ein Buch für die Gemeindebibliothek kaufen will: “Der Mann, das unbekannte Wesen”, eine Anspielung auf die Gemeinderatskandidatur der GLP.
Dr Helgeloss widmet dem neuen Saal gleich mehrere Verse, wobei hier noch zu erwähnen ist, dass der Saal mit 600 Plätzen heute Abend – vorsichtig gesagt – nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht gewesen wäre:
“Was meine Sie, wie mir das guet duet gfalle?
Me redt jetz wieder vo nere neue Halle.
Dass es vorwärts goht, das stimmt au mi so froh,
jetz hoffi s’isch de nach de Wahle au no so”.
Im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen meint dr Helgelos:
“Im Grund gnoh ischs mir völlig schnorz,
ob me mit Proport wählt, oder mit Majorz,
doch mit Majorz, do duets mir jetze schyne,
i dänk es chömme öbbe fünf neui yne.
Eine der Neuen fühlt sich schon so gut wie drin – Anet Spengler hat auf jeden Fall schon mal ganz selbstverständlch am Gemeinderatstisch Platz genommen, während andere etwas wehmütig feststellten, dass sie vielleicht zum letzten mal dort sitzen. Dr Helgeloos baute auch noch ein paar wohlgewählte Insider ein, z.B. die Bemerkung, dass er jetzt noch “in eigener Regie” etwas zum weiteren Fasnachtsprogramm sagen möchte – ein feiner Verweis auf den Wochenblatt-Artikel von Gemeinderat Martin Kohler, mit dem er kürzlich verkündete, halb Arlesheim alleine gebaut zu haben, was bei Verwaltung und Parteien für schmunzelndes Augenrollen sorgte.
Das Publikum war zufrieden mit der Cabarettli-Ausgabe 2012. Das Programm wurde als vielfältig und kurzweilig beurteilt (Bängg, Cliquen, Gugge, Rahmestüggli), auf einem durchgehend hohen Niveau, aber ohne den ganz grossen Abräumer, dafür auch ohne Ausreisser nach unten. Das Applausometer schlug beim Billetör Longus Bachus, beim Heimweharleser Dissy und natürlich bei den Eremitage-Schränzern am höchsten aus.
Und hier noch für die Agenda:
Nach dem Kinderumzug vom kommenden Freitag, 17.2.2012 gibt es im Neuen Theater am Bahnhof im Exil am Stollenrain eine Fasnachtsveranstaltung mit Bängg und Cliquen etc.
Und am 2.2.2013 trifft man sich wieder in der Domplatzturnhalle. Da geht man hin.
Gefällt mir:
Gefällt mir Lade...
LeserInnen meinen: